Kein Entkommen

Auch auf dieses Buch mußte ich lange warten, denn die Verständigung kam bereits mittels Mail am 5. April. Wie bei Jägerin des Mondlichts mußte ich zunächst urgieren, wo das Buch abgeblieben sein könnte, bevor ich es am 19. Mai  endlich im Briefkasten hatte. Schade, dass dies bei vorablesen nicht mehr so einwandfrei funktioniert, wie noch vor einem Jahr.

Kein EntkommenCovertext:
Sonne, Softeis, Kinderlachen. Ein Familienausflug in den Vergnügungspark, da ist sich David sicher, wird seinem kleinen Sohn Ethan gefallen und seine Frau Jan aufheitern. Doch dort verschwindet Jan in der Menge und taucht nie wieder auf. Wie kann es sein, dass die Überwachungskameras des Parks nur David und Ethan zeigen? Plötzlich steht David unter Mordverdacht…

Rezension:
Linwood Barclay weiß den Leser in die Irre zu führen. Alles, wie auch schon Detective Duckworth feststellen mußte, läuft auf David Harwood hinaus: die angeblichen Depressionen, die niemand außer dem Ehemann aufgefallen waren; die zwei Tickets (einmal Erwachsener und einmal Kind) und kein drittes für Jan Harwood, die doch angeblich die Eintrittskarten für den Vergnügungspark online bestellt hatte; das Treffen einer Informantin, die es gar nicht gab an einem einsamen See und wo Jan dem Ladenverkäufer erzählte, dass ihre Fahrt hierher eine Überraschung von ihrem Mann für sie war; dass David nach diesem “geheimen” Treffen alleine den gemeinsamen Sohn Ethan von den Eltern abholte und noch so einiges mehr…

Auch dem Leser käme David Harwood sehr verdächtig vor, wäre der Roman nicht aus seiner Sicht geschrieben (zumindest die Teile, die ihn selbst betrafen). Wie perfide muß ein Mensch sein, sich einen solchen Plan auszudenken?  Doch jeder Plan hat einen Fehler … und so auch der von Constance Tattering und Dwayne Osterhaus (welch ein Name *g*). Ein einziger Fehler reicht aus, ein Kartenhaus in sich zusammenfallen zu lassen und für Constance und Dwayne war es die Gier auf Geld! Doch Constance hat noch ein Problem… die Archillessehne wohl jeder Mutter – ihr Kind. Und so nimmt der Roman eine Wendung, die man am Anfang niemals vermutet hätte. Einzig als die Leiche auftaucht, drängt sich mir der erste Verdacht auf und diese kommt recht spät im Buch vor. ;)
Interessant fand ich auch, dass das Buch durchaus in mehrere Richtungen hätte gehen können. Madeline Plimpton klingt zeitweise genauso verdächtig wie Stan Reeves oder Elmont Sebastians mitsamt seinen Chauffeur Welland. Doch um die Spannung nicht vorweg zu nehmen, schreibe ich nun besser nichts genaueres mehr.

Fazit:
Der Roman hat durchaus sein Eigenleben. Der Schreibstil ist angenehm und fließend. Dennoch hielt mich der Thriller nicht so im Griff wie es unter anderem Joy Fielding immer wieder schafft. Irgendwie hat mir das gewisse “Etwas” gefehlt, weshalb es auch mehrere Tage gebraucht hat, bis ich mit dem Lesen fertig war. Um diesen Satz die “Schärfe” zunehmen, versuche ich es in Punkte auszudrücken: von 10 erreichbaren Punkten (wobei 10 für “absoluter Wahnsinn” steht) würde ich das Buch mit 7 Punkte bewerten.

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Autor: Lightdancer
Datum: Montag, 23. Mai 2011 13:10
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