Beitrags-Archiv für die Kategory 'Dies und das'

Oh… Weihnacht

Dienstag, 22. Dezember 2009 14:18

Vermutlich bin ich eine der wenigen, die Weihnachten nichts abgewinnen kann und auch mein Göttergatte erntet nur verständnislose Blicke, wenn er nach dem Geschenk für seine Frau gefragt wird und dann mitteilt, dass es ein solches nicht gibt.  Mal ehrlich, der Konsum rund um Weihnachten macht mich richtig krank. Es artet immer wieder in Stress und Hetzerei aus. Wozu das?
Besinnliche Zeit? Keineswegs! Da verbringe ich lieber ein paar ruhige Stunden mit meinem Schatz, als das ich Tage vorher noch in Kaufrausch fallen muß, weil ich eine Tante oder eine Nichte vergessen habe oder gar einen Baum ins Wohnzimmer stelle, den dann möglicherweise unser Hund als “Laternenpfahl” sieht und der sehr bald einfach sein teures Geld nicht wert ist, weil alle Nadeln nicht mehr auf den Ästen, sondern auf dem Boden sind. Ne! Sicher nicht… Von Besinnlichkeit ist schon seit Jahren keine Rede mehr. Es macht mich nur noch verrückt, wenn sogar schon im September (und das ist nicht übertrieben) Weihnachtskekse, Weihnachtsnaschereien, Christbaumkugeln und dergleichen mehr an strategisch wichtigen Punkten in den Supermärkten auf die Käufer losgelassen werden. *schüttel*
Ich hab auch gar nichts gegen Schnee. Aber auch da spielt uns die Natur beinahe jedes Jahr einen Streich – so auch heuer, wie es aussieht. Zuerst schneit es und jeder freut sich auf weiße Weihnachten und dann schmilzt die ganze Pracht wenige Tage vor dem Heiligen Abend dahin und besonders in der Stadt hat man nur noch graue matschige Massen, die einem das Leben vermiesen.  Weihnachten muß in aller Augen immer noch klischeehaft ablaufen. Seltsam welche Anwandlungen in der dunklen Jahrezeit auf uns Menschen lauert, wo wir doch das restliche Jahr lieber keine Klischees leben wollen.
Heuer ist es ja nicht drin, aber vielleicht eines Tages… dann werde ich vielleicht wissen, wie es sich anfühlt Weihnachten unter Palmen zu verbringen. ;)

Als Nicht-Christin ist vermutlich auch gerade das Weihnachtsfest nichts für mich… aber es ist ja nicht so, dass ich an gar nichts glaube. Nur halt nicht unbedingt an die christliche Religion. Oder zumindest nicht an die Geburt Jesu ausgerechnet am 24. Dezember! Immerhin feiern wir ja am 8. Dezember die “unbefleckte Empfängnis”. Fängt da niemand zu rechnen an? Irgendetwas stimmt hier also nicht… die Kirche möchte uns entweder eine sehr kurze oder eine sehr lange Schwangerschaft verkaufen. Aber wie auch immer: das, wofür Weihnachten stehen sollte – Ruhe, Einkehr, vielleicht sogar ein Rückblick – wird nicht mehr wahrgenommen. Und gerade heute habe ich in der Zeitung gelesen, dass Jahr für Jahr die häusliche Gewalt gerade zu Weihnachten immer drastischer zunimmt! Ich finde das echt traurig… Und von ’schöne Weihnachten’ wie wir sie unseren Mitmenschen, Mitarbeitern, Freunden, Bekannten und Verwandten wünschen, ist hier nichts mehr zu sehen.
Doch dann überrascht mich eine liebe Freundin und beschert mir ein strahlendes Lächeln, weil sie für mich völlig überraschend ein Geschenk aus ihrer Tasche zieht und mir ein schönes Fest wünscht. Wo wäre man ohne so liebe Menschen, die völlig selbstlos und ohne Hintergedanken so etwas machen. Danke Viktoria!

Gestern habe ich ein Weihnachtsgedicht gesucht, welches wir unseren TaiChi-Lehrer in einer selbst gebastelten Karte schenken wollten und ich habe eines gefunden, welches mehr Beachtung geschenkt bekommen sollte. Aus diesem Grund werde ich es hier auch einstellen:

Schlagt Brücken über Kontinente,
schlagt Brücken über Land und Meer,
es wäre dieses die Tangente,
dass wirklich einmal Frieden wär.

Schlagt Brücken zwischen allen Völkern,
die Menschheit wartet sehr darauf,
es wird versucht schon mal des öftern,
sonst ist es eines Tages aus.

Schlagt Brücken zwischen den Nationen,
auch wenn der Glaube anders ist,
helft allen Menschen, die dort wohnen,
nehmt ihnen diesen Lichtstrahl nicht.

Schlagt Brücken zwischen Alt und Jung,
dass diese miteinander geh’n,
lasst schweigen alle Lästerzungen,
wie wär die Welt auf einmal schön.

Schlagt Brücken zwischen Menschenherzen,
die in der Blüte ihres Lebens sind,
lasst brennen für sie helle Kerzen,
dass immer Herz zu Herzen find.

Schlagt Brücken immer, immer wieder,
die Feindschaft klammert völlig aus,
lasst Frieden sein in den Familien,
dann sieht die Zukunft besser aus.

Damit wünsche ich euch ein besinnliches Fest und vielleicht regt euch meine Ansicht ein bißchen zum Nachdenken an.

Quelle

Thema: Dies und das | Kommentare (0) | Autor: Lightdancer

Hund-Deutsch, Deutsch-Hund

Montag, 9. November 2009 8:53

Wie du vielleicht gelesen hast, hab ich ein klitzekleines Problem mit unserem Hund. Dank einer lieben Freundin habe ich mir für den gestrigen Abend Karten für Martin Rütter besorgt. Wer ihn nicht kennt, sollte mal am Samstag Nachmittag im VOX “Hund, Katze, Maus” sehen. ;)

Wie auch immer… Mein Mann und ich gingen also dahin! Abgesehen davon, dass wir uns ein wenig über den Veranstalter an sich geärgert haben (man wird gezwungen die “Überbekleidung” an der Garderobe abzugeben, was ja an und für sich nicht schlecht wäre, wenn man dafür wenigstens nichts zahlen müßte und dann in den Saal geht und etliche Leute da mit Jacken, Mäntel und dergleichen sitzen sieht *grummel*), war der Abend recht amüsant.
Herr Rütter fing “klein” an, was bedeutet, dass er ein wenig über den Hund an sich erzählte, dann dazu überging, unter welchen Kriterien man sich einen Welpen aussucht und wie es bereits da schon zu Kommunikationsfehler kommt, die dann meist zu Problemen auswachsen. Immer wieder hat er das Publikum mit eingebunden, in dem er Fragen stellte und die Leute entweder direkt ansprach (mit Mikro in der Hand) oder – als er dann auf der Bühne stand – durch Handzeichen ungefähr abschätzen konnte, wie viele Menschen von diesem oder jenem betroffen sind. Seine Ausführungen war keineswegs trocken. Ganz im Gegenteil: man hätte eher meinen können in einem Kabarett gelandet zu sein. Wir haben uns also wirklich königlich über Anekdoten und Erklärungen seitens Herrn Rütters amüsiert. ABER…

Wirkliche Probleme wurden leider nicht angesprochen. Und wenn man nicht gerade einen Welpen hat oder sich einen zulegen möchte, war der Abend eher nach dem Motto “Thema verfehlt”. Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, aber sicher nicht eine Einführung in Hundekunde und Erziehungsfehler, die bei einem Welpen “verbrochen” wurden/werden können. Noch dazu, wo ich unseren Hund zwar seit Welpenalter kenne, aber – da er nicht uns, sondern unserem Sohn und dessen Freundin gehörte – die Erziehung damals nicht in meiner Hand lag und ich nun mit den Erziehungsproblemen zu kämpfen habe.
Ich verstehe durchaus, dass man einzelne Probleme nicht direkt ansprechen bzw. gleich mal direkt lösen kann ohne Hund mitsamt Frauchen/Herrchen zu sehen.  Das Problem hatte ich als Trainerin immer wieder am Hundeplatz, da sich da die Leute meist anders verhalten haben, als dann zu Hause.  Und doch hatte ich eine gewisse Erwartungshaltung im Bezug Probleme mit dem Hund. Denn gerade hier ist ein “Ausdeutschen” wichtig und das versprach ja eigentlich der Titel!
Das ein Welpe beim WWA (WeltWelpenAbholtag, ich glaub, diese Abkürzung hat Herr Rütter erfunden) im Streß ist… nicht bös sein, aber dazu brauch ich nicht den Herrn Rütter, um das zu wissen. Ich hab keine Ahnung wie man in Deutschland Hundetrainer wird. Da dies aber ganz offensichtlich nicht auf Vereinsbasis ist und sich da die Trainer (ganz im Gegenteil zu Österreich, wo man als  Trainer ehrenamtlich und somit “gratis” arbeitet) eine goldene Nase verdienen können, wenn sie sich nur gut genug verkaufen können, kann ich mir nicht vorstellen, dass es dort auch Trainer-Prüfungen gibt. All die angesprochenen Dinge lernt ein Trainer in Österreich und wird darüber geprüft. Ja, selbst Zucht und Genetik wird – natürlich nicht ausführlich, für letzteres müßte man wohl eher studieren – da kurz angerissen und abgeprüft. Kurzum: ich hab nicht wirklich etwas Neues erfahren oder gar gelernt.
Für ein einziges Problem hatte der deutsche Hundetrainer auch eine Lösung. “Türklingel = Kläffen” stand da an der Videoleinwand. Wie es dazu kommt/kommen kann, wurde kurz erklärt und zwar durchaus plausibel. Die Lösung dafür wäre schlicht und einfach, aber natürlich “langwierig” (wo ist es dies aber nicht, wenn man schon ein erhebliches Problem hat) und hat eine Mindestdauer von 6 Wochen.  Dafür müßte man jedes Mal, wenn es an der Tür läutet, den Hund an die Leine legen, mit ihm gemeinsam zur Tür gehen, diese öffnen und den Hund mittels Leine zu halten (ihn auch ruhig kläffen zu lassen, aber – wichtig – nicht an der Leine zu rucken!), den Gast (oder wem auch immer) einzulassen, mit dem Hund wieder ins Wohnzimmer zu gehen und ihn erst da, wenn er sich beruhigt hat, abzuleinen. Mit einem wissenden Blick betrachtete er danach das Publikum und meinte: und wer macht das wirklich 6 Wochen lang? Mit seinen Erklärungen kam ich durchaus – in diesem Fall – klar und es ist auch ein Problem, welches man durchaus lösen kann, da man – wenn es natürlich an der Tür klingt – auch wirklich zu Hause ist und mit dem Hund intensiv daran arbeiten kann. Doch was, bitte schön, macht man, wenn man einen Hund hat, der so anhänglich ist, dass er nicht einmal mehr eine halbe Stunde alleine bleiben kann, man aber berufstätig ist und folglich der Hund alleine bleiben muß? Und auch wenn Herr Rütter den Hunden mehr oder weniger die Intelligenz abspricht, so kann unserer ganz genau unterscheiden, ob wir nur für kurz die Wohnung verlassen oder ob er nun den ganzen Tag eingesperrt ist. Abgesehen davon ist es immer wieder ein Lotteriespiel mit ihm, da er tage-, ja sogar wochenlang brav ist und nichts angestellt hat (und man eigentlich täglich angespannt nach Hause kommt, weil man ja nie weiß, war er nun brav oder nicht!) und dann wieder mehrere Tage hintereinander an den Türen kratzt, bis er halb durchkommt, bei Flickenteppiche (ganz ehrlich, andere kann ich mir nicht mehr leisten ;) ) Fäden zieht oder Schuhe bis zur Unkenntlichkeit zerlegt.

Aus eigener Trainer-Erfahrung und auch aus dem, was ich als Trainerin gelernt habe, weiß ich, dass ein “lernen am Wochenende” eindeutig zu wenig ist. Genau wegen solchen Fällen habe ich als Trainerin aufgehört… es kamen die Leute mit ihren Hunden, ich redete mir zwei Stunden lang den Mund faserig, alle nickten begeistert und sobald sie den Platz verließen, konnte man beobachten, dass alles in den Wind geschlagen wurde. Nur die wenigstens hielten sich an das, was sie eben gehört hatten und versuchten zumindest die Erziehung die gesamte Woche hindurch beizubehalten. Wenn das Training nicht täglich und konsequent durchgezogen wird, erreicht man gar nichts. PUNKT! Auch Herr Rütter weiß dies und hat erklärt, dass das, was man bei “Hundeprofi” sieht, nur eine geraffte Version dessen ist, was über mehrere Monate ging. Na no, na net!!! Es wäre super, wenn man mal nur ein paar Stunden investieren müßte, um ein optimales Ergebnis zu erhalten. Aber dann bräucht es keine Tierpsychologen, keine Trainer oder Supernannys! So läuft nun einmal nicht der Hase…

Leider gibt es auch einige Dinge, in denen ich nicht mit Herrn Rütter konform gehe. So unter anderem, dass ein “Schlafen im Bett” oder “Liegen auf der Couch” des Hundes nichts mit Rangordnung zu tun hat. Hm… wenn ich mich an meine Prüfung zurückerinnere (und das ist nun doch schon ein paar Jahre her), ist es sogar wissenschaftlich erwiesen, dass die ranghöchsten Tiere auch auf den höchsten Plätzen liegen. Und beim Hund soll das keine Rolle spielen? Sorry, aber da bin ich definitiv anderer Meinung und die Praxis in der Hundeschule hat auch – natürlich nicht immer, aber doch in einigen Fällen  – gezeigt, dass dies sehr wohl zu Rangordnungsproblemen im “Rudel Familie” führen kann.
Auch das das Anspringen des Hundes bei der Begrüßung nicht Freude, sondern “Anpöbeln” ist – so quasi mit dem erhobenen Zeigefinger alleine gehst du  mir nicht mehr aus dieser Tür – sein soll, kann ich mich nicht anfreunden. Seine Erklärung dafür ist, dass man den Hund zu sehr vermenschlicht und das stimmt sicherlich in einigen Punkten. Den Ehepartner/Lebensabschnittspartner vor den Hund zu begrüßen und ihn währenddessen quasi zu ignorieren, kann ich durchaus nachvollziehen. Ist aber nur dann machbar, wenn einer der Partner zu erst zu Hause ist. Da mein Mann und ich gleichzeitig aus dem Haus und auch gleichzeitig wieder nach Hause kommen, steht nun mal an erster Stelle zum Begrüßen der Hund und nicht  mein Mann! Das ich mich dann auch noch ganz besonders freue, ihn überschwenglich lobe und mit Leckerlis belohne, wenn er mal wieder nichts angestellt hat, ist doch auch selbstredend. Oder nicht??? Immerhin sagt ja sogar Herr Rütter, das positives auch positiv belohnt werden soll.

Fazit:
Ein wirklich vor lauter Lachen tränenreicher und mit vielen Anekdoten gewürzter Abend. Doch wenn man nach einer Lösung seines Hundeproblems sucht, ist es vermutlich besser Herr Rütter direkt anzuschreiben, ihn entweder kommen zu lassen oder sich zu ihm nach Bonn zubegeben. Ist man kein Trainer, lernt man sicherlich einiges. Aber für mich war nichts Neues dabei und damit auch kein Lösungsansatz zu erkennen. Für das königliche Amüsement danke ich auf jeden Fall und das war zumindest das Eintrittsgeld wert!

Thema: Dies und das | Kommentare (0) | Autor: Lightdancer

Bücher-Blogs

Samstag, 12. September 2009 9:09

Von Hollys Challenges ausgehend, wollte ich mal so nach und nach ansehen, welche Bücher-Serien von den Teilnehmern so gelesen werden und bin dann irgendwann, irgendwie über Bücher-Blogs gestolpert. Nun ja, da dort sogar BookCrossing bekannt ist und so Dinge wie Nackenbeißer erwähnt sind, über die wir  meist bei der LadiesNight witzeln, dachte ich mir, dass es doch nett wäre, dort ein Mitglied zu werden.

Gesagt, getan! Nun harre ich der Dinge, die dort auf mich warten! ;) buecher_blogs_weiss

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Hundeproblem, Problemhund?

Mittwoch, 9. September 2009 17:09

Was tut man nicht alles für seinen vierbeinigen Liebling, wenn man weiß, dass ihr/ihm etwas gefällt! Ich glaube einfach alles, auch wenn dies durchaus auch falsch sein kann, dass der Vierbeiner derart verwöhnt wird.
Ein Problem hat man nur, wenn unerwünschtes Verhalten gezeigt wird, welches man einfach nicht abstellen kann. So ist es auch mit unserem Hund – ein Husky/Malamut-Mischling. Er durfte leider nie lernen, wie man sich verhält, wenn man alleine in der Wohnung ist. Er wurde einfach – ganz gegen meine Meinung (und ich war damals noch keine Hundetrainerin! Es war schlichtwegs Instinkt) – für die Dauer der jeweiligen Arbeitszeit eingesperrt und das schon mit 12 Wochen. Auch heute, wo er schon 9 Jahre alt ist, hat sich das nicht wirklich geändert. Alleine bleiben ist für ihn eine Qual. Allerdings war es noch nie so schlimm wie in letzter Zeit…

Liegt es wirklich daran, dass der gesamte Bau renoviert wird, dass er sich in den vergangenen Wochen so derartig aufführt? Oder ist da mehr dahinter? Wir haben ihn mittlerweile, weil er ständig auf die Schuhe losgeht und sie in winzig kleine Fetzchen zerreißt, alte Schuhe stehen gelassen, bei denen es uns nichts ausmacht, wenn diese kaputt sind. Selbst unser Flickenteppich im Vorzimmer wird von mir nicht mehr ersetzt, weil er eh wieder in kürzester Zeit ruiniert ist. Nun geht er allerdings auf die Eingangstüre los und zerlegt sie zu Feuerholz und das kann ich einfach nicht zulassen.
Wir haben schon alles Mögliche ausprobiert: Beruhigende pflanzliche Tabs, die uns vom Tierarzt empfohlen wurde, wirkten eine Weile lang. Dann mußten wir damit aufhören, weil sie keine Wirkung mehr zeigten. Eine Zeitlang war auch Ruhe und wir hofften damals (lange vor der Sanierung), dass er nun doch mit dem Alter ruhiger geworden wäre und wir diese Mittel nicht mehr brauchen würden. Als es wieder von vorne losging, versuchten wir es mit homöopathischen Globoli, zunächst Arsenicum Album D30 (gegen Alleinsein-Angstzustände) und seit einem halben Jahr zusätzlich Pulsatilla pratensis D30 (Panik bei unbekannten Geräuschen – wie zur Zeit zum Beispiel das Stemmen). Auch hier zeigten die Mittel zunächst Wirkung… doch damit ist es nun offenbar erneut vorbei. Wir schrecken vor stärkeren Medikamenten, die unseren Hund lediglich sedieren würden, ab. Doch was bleibt uns noch?

Ein Lichtblick, wie mir schien, war die Hunde-Webcam, die man praktischerweise am Halsband des Hundes stecken kann, um zu sehen, was der Liebling so den ganzen Tag wohl macht. Um so vielleicht herauszufinden, wann er es tut und was der mögliche Grund dahinter ist, weil offenbar nicht immer Lärm der Auslöser zu sein scheint. (Immerhin haben wir tagelang keinen Fortschritt bei der Sanierung und dennoch war die Eingangstüre wieder zerkratzt).
Auf der Suche im Web nach dieser Kamera (die Zeitschrift mit der Internet-Adresse ist irgendwie verschwunden. Vielleicht von unserem Liebling gefressen???) wurde ich zwar – noch – nicht fündig, fand aber etwas über Sprühhalsbänder (die ich in diesem Fall nicht anwenden könnte). Da von der Autorin dieses Artikel explizit daraufhin gewiesen wird, dass man ihre Meinung verbreiten soll, tue ich das hiermit auch.

Köpfchen statt Knöpfchen…Sprühhalsbänder
Januar 4th, 2009

…das gilt auch für die viel gepriesenen Sprühhalsbänder, die in verschiedenen Ausführungen den Markt erobert haben. Spätestens seit uns Hundenanny Katja Geb-Mann allwöchentlich im deutschen Fernsehen vorführt, wie jeder Hund, ganz gleich welches Problem er seinen Haltern vermeintlich oder tatsächlich bereitet, mit Einsatz einer Fernbedienung in das Verhalten gepresst werden kann, das Herrchen oder Frauchen beliebt, finden die Halsbänder, die einen angeblich völlig harmlosen Spraystoß von sich geben, steigenden Absatz.

Doch schon der gesunde Menschenverstand lässt einen aufhorchen, wenn Hersteller und Anwender behaupten, dass der jederzeit auszulösende Sprühstoß für den Hund „gar nicht schlimm“ sei. Da fragt man sich doch selbst nach nur kurzem Nachdenken, wie es denn möglich sein soll, instinktive, genetisch fixierte Verhaltensweisen wie zum Beispiel das Jagdverhalten durch etwas zu unterdrücken, das dem Hund gar nichts ausmacht?! Dem Hundehalter wird generös angeboten, das Gerät doch selbst mal in die Hand zu nehmen oder um den Hals zu legen, während der Trainer den Auslöser betätigt… und tatsächlich, so schlimm war das doch gar nicht. Ein kurzes „Zischhhh“ mit etwas feucht-kalter Luft. „Ja“, bestätigt der überzeugte Hundehalter, „das war gar nicht schlimm.“ Was Hersteller und Trainer jedoch geflissentlich verschweigen (aus Unwissenheit oder in betrügerischer Absicht?!), ist die Tatsache, dass plötzlich auftretende, nicht eindeutig zuzuordnende Zischlaute beim Hund als Angst auslösende, sogar lebensbedrohliche Laute abgespeichert sind, bei denen sofort die Flucht ergriffen werden muss. Jeder kennt den Anblick eines Hundes, der sich selbst im Körbchen `zig mal um die eigene Achse dreht, bevor er sich schließlich gemütlich niederlegt. Es handelt sich bei dieser Verhaltensweise um ein Erbe aus den Zeiten, in denen der Hund noch weitgehend draußen in Freiheit lebte. Bevor er sich hinlegte, drehte er sich mehrfach im Gras oder Laub, um die ausgesuchte Liegestelle als ungefährlich abzusichern. Sollte beim Drehen ein Zischlaut (zum Beispiel von einer Schlange) zu hören sein, würde er sich durch einen Sprung zur Seite in Sicherheit bringen. Biologisch sinnvoll… und diesen genetisch fixierten, Angst auslösenden Zischlaut bringen wir Menschen nun in den unmittelbaren Kopfbereich des Hundes! Und drücken vielleicht gleich mehrfach das Auslöseknöpfchen, worauf der Hund ganz leicht nicht nur in Angst, sondern sogar in Panik versetzt werden kann – ohne die Möglichkeit, sich durch die Flucht zur retten!

Eigentlich ist dieser Umstand allein schon Grund genug, niemals zu erlauben, dass einem uns anvertrauten Lebewesen ein solches Gerät angetan (im wahrsten Sinne des Wortes!) wird. Es gibt aber noch mehr Probleme:

Der Hund weiß nie, wann und vor allem warum der Sprühstop ausgelöst wird, befindet sich also in ständiger Erwartungsunsicherheit. Wer wissen möchte, wie sich das anfühlt, dem empfehle ich folgendes Eigenexperiment, das nicht in Anwesenheit eines Hundes durchgeführt werden sollte, damit dieser nicht unnötig verunsichert wird: Bitten Sie ein Familienmitglied oder einen Freund, Sie wirklich stark zu erschrecken, zum Beispiel durch einen lauten Schrei oder dadurch, dass er plötzlich die Stereoanlage zu voller Lautstärke aufdreht oder zwei Töpfe aufeinander schlägt, wenn Sie gerade überhaupt nicht damit rechnen, sich zum Beispiel entspannt im Sessel zurücklehnen oder gerade mit Freunden Karten spielen. Das Experiment sollte mindestens mehrere Stunden, am besten ein oder zwei Tage dauern und der Schreckreiz sollte in dieser Zeit mehrfach ausgelöst werden – ohne dass Sie wissen, wann dies sein wird. Sie werden merken, dass der eigentliche Reiz, wenn er dann endlich auftritt, bei weitem nicht so schlimm zu ertragen ist, wie die zermürbende Warterei auf ihn. Obwohl man ihn fürchtet, wünscht man ihn schon beinahe herbei in der Hoffnung, dann wieder eine Weile Ruhe zu haben, was aber nicht so ist, da er kurz nach dem Auftreten ein zweites oder drittes Mal ausgelöst wird und dann wieder stundenlang gar nicht, ganz wie es Ihrem Helfer beliebt. Keine angenehme Vorstellung, nicht wahr?!

Aber es gibt noch weitere Probleme. Gleich mehrere ergeben sich aus der Tatsache, dass Hunde über gedankliche Verknüpfung lernen. Trägt der Hund das Halsband und erhält den Sprühstoß, wenn er zum Beispiel auf mehrfachen Zuruf nicht kommt, so möchte der Mensch ihm damit zeigen, dass er dafür mit Schreckreiz bestraft wird, dass er ungehorsam ist. Es kann aber gut sein, dass er in genau diesem Moment zu einem kleinen Kind, einem Jogger oder einem anderen Hund schaut – und den Strafreiz damit verbindet. Das Ergebnis ist dann ein Hund, der noch immer nicht besser auf Abruf reagiert, dafür aber Ängste, evtl. sogar durch die Angst ausgelöste Aggressionen, gegen das entwickelt, was er gerade sah. Die Hundehalter sind dann ratlos, weil ihr Hund „plötzlich“ kleine Kinder meidet oder Jogger anknurrt, mit denen er doch bisher bestens auskam. Viele solcher Beispiele finden sich in meiner Hundeschule ein, erst kürzlich ein Rhodesian Ridgeback Rüde, dessen Sprühhalsband immer ausgelöst wurde, wenn er zum Wildern durchbrennen wollte. Bei diesen Spaziergängen war allerdings auch immer seine Gefährtin, der Zweithund der Familie, anwesend. Die Halter kamen nun nicht wegen des unerwünschten Jagdverhaltens zu mir in die Hundeschule, mit dem sie sich inzwischen abgefunden hatten, sondern weil der Rüde seit Wochen die Nähe der Hündin mied. Immer wenn diese den Raum betrat oder sich, so wie früher, zu ihm kuscheln wollte, verließ er mit ängstlichem Gesichtsausdruck das Zimmer und das konnte man sich nicht erklären… Was hatte man diesen beiden Hunden angetan! Welche Gefühle wurden in den Tieren ausgelöst?! Der Rüde hatte nun Angst vor seiner Gefährtin, die er früher heiß und innig liebte, während diese nicht verstehen konnte, weshalb er, der vorher immer leidenschaftlich mit ihr spielte und tobte, sie jetzt mied. Die gleiche Trainerin, die den Einsatz des Sprühhalsbandes empfohlen hatte, empfahl jetzt übrigens, einen der Hunde abzugeben, weil die Tiere sich unterschiedlich entwickelt hätten und einfach nicht mehr gut zueinander passen würden. Die Ängste des Rüden erklärte sie über die angeblich dominante Ausstrahlung der Hündin. Man könnte weinen, wenn man Hunden mit einem solchen Schicksal gegenüber steht – oder es packt einen einfach nur die Wut.

Die Probleme gehen noch weiter, denn nichts generalisiert sich bei Hunden so schnell, wie Geräuschangst. Nicht nur dieser Rüde, sondern auch zahlreiche andere Hunde entwickeln nach Einsatz des Sprühhalsbandes Ängste vor allen möglichen Geräuschen. Das Öffnen einer kohlesäurehaltigen Getränkeflasche, das Zischen von heißem Fett in der Pfanne, Knall- und Schussgeräusche, die dem Hund vorher egal waren, versetzen ihn jetzt in Angst und Schrecken. Der oben erwähnte Ridgeback Rüde zum Beispiel verzog sich mit eingezogener Rute unter den Tisch des Besprechungsraums, als ich eine Wasserflasche öffnete. Dies tat ich nicht, weil ich Durst hatte – trauriger Weise gehört es inzwischen schon fast zum Standardprogramm beim ersten Kennenlernen und Analysieren eines mir vorgestellten Hundes auszutesten, ob er schon mit Sprühhalsband gearbeitet wurde und welche Wunden dies an seiner Seele hinterlassen hat. Die Halterin war auch sehr erstaunt, als ich ihr nach dem „Flaschentest“ auf den Kopf zusagte, dass an ihrem Hund sicher schon mit Sprühhalsband gearbeitet worden war. Das wollte sie mir eigentlich gar nicht erzählen, weil sie schon gehört hatte, dass ich gegen den Einsatz dieser Geräte bin. Nachdem ich sie auf die Reaktion ihres Hundes hingewiesen hatte, war sie sehr betroffen. Und wütend, nachdem ich ihr erklärte, weshalb ihr Rüde jetzt Angst vor der Hündin und vor allen möglichen Geräuschen hatte. Wütend auf die Trainerin, die sie auf diese „unerwünschten Nebenwirkungen“ nicht aufmerksam gemacht, sondern immer erklärt hatte, wie harmlos der Einsatz des Gerätes sei. Für mich stellt sich die Frage, ob Kollegen, die es einsetzen, um diese Nebenwirkungen nicht wissen, oder ob sie diese bewusst verschweigen, weil kaum jemand bereit wäre, den Einsatz zu erlauben, wenn sie bekannt wären. Und ich stelle mir die Frage, was von beiden eigentlich schlimmer ist…

Last not least gibt es Probleme mit der Technik. Es soll schon vorgekommen sein, dass das Gerät durch andere Funkfrequenzen oder sogar die Fernbedienung eines in der Nähe befindlichen Halsbandes an einem anderen Hund ausgelöst wurde. Der Strafreiz wird dann also einem Hund verabreicht, der einfach nur herumsteht oder gerade spielt oder sonst etwas tut. Das steigert die Erwartungsunsicherheit natürlich noch mehr und erhöht die Trefferquote auf Fehlverknüpfungen immens. Zusätzlich löst es nicht immer zuverlässig aus, kann zum Beispiel durch Wetterlagen mit feuchter Luft (Nebel, Regen) verzögert oder gar nicht reagieren. Schließlich zeigt es auch nicht an, wann die Batterie leer ist, wodurch es passieren kann, dass der Auslöser gedrückt wird und nichts geschieht. Dann käme man durch das Ausbleiben des Strafreizes (wenn der Hund denn überhaupt verstanden hätte, wofür er eigentlich bestraft werden soll) in den Bereich der variablen Bestätigung, was das unerwünschte Verhalten sogar noch verstärkt. Der Hund würde nämlich lernen, dass er das Verhalten nur immer wieder zeigen muss, bis er schließlich wieder zum Erfolg (in diesem Fall das Ausbleiben des Strafreizes und die erfolgreiche Durchführung des Verhaltens) kommt.

Man kann es also drehen und wenden, wie man will: Sprühhalsbänder sind ganz und gar nicht harmlos, im Gegenteil sogar sehr gefährlich. Manche Hunde werden durch sie so verunsichert, dass sie in die so genannte erlernte Hilflosigkeit fallen, was zur Folge hat, dass sie kaum noch Aktionen zeigen oder Handlungen anbieten, weil sie in ständiger Angst vor dem für sie unkalkulierbaren Strafreiz leben. Um diesen Tieren – und ihren verzweifelten Haltern – zu helfen, braucht es ein meist lang angelegtes, gut durchdachtes Training, das den Hund aus dieser erlernten Hilflosigkeit und seinen vielfältigen Ängsten wieder herausholt.

Sprühhalsbänder gaukeln dem Hundehalter vor, mal eben schnell per Fernbedienung eine Lösung für vermeintliche oder tatsächlich entstandene Probleme zu haben. Aber so einfach ist das nicht. Hunde sind uns anvertraute, fühlende und denkende Lebewesen, die nicht beliebig manipulierbar sind und deren Lernverhalten sich von dem unseren ganz erheblich unterscheidet. Ich kann deshalb nur dringend empfehlen, jeden Ausrüstungsgegenstand und jede Methode, der/ die durch Hersteller oder Trainer empfohlen wird, vor Anwendung am Hund genau zu prüfen, sich gut zu informieren und im Zweifelsfall nach dem guten alten Motto zu entscheiden, das auch für unsere Hunde gelten sollte: Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu.

© Clarissa v. Reinhardt
animal learn

P.S.: Hiermit lade ich alle Hundefreunde ein, bei der Verbreitung dieses Textes zu helfen. Ich erlaube als Autorin ausdrücklich, ihn (vollständig und unverändert und unter Nennung der Quelle) auf anderen Homepages zu veröffentlichen, auszudrucken und zu verteilen oder auf ihn hinzuweisen. Je mehr Menschen um die Tücken und Gefahren des Sprühhalsbandes wissen, je mehr Hunden bleibt dessen Anwendung – hoffentlich – erspart. Ein herzliches DANKE an jeden, der diesen Text weiter gibt.
Quelle

Wow, so lernt man auch als ausgebildete Hundetrainerin immer wieder etwas dazu!!! Doch mein Problem ist leider immer noch nicht gelöst! Jetzt suche ich weiter nach dieser Webcam, um einmal überhaupt herauszufinden, ob ich nun einen Problemhund habe oder ob der Hund ein Problem hat, welches vielleicht irgendwie gelöst werden kann. Drückt mir die Daumen dafür…

Thema: Dies und das | Kommentare (2) | Autor: Lightdancer

Verrücktheit oder wirklich Vorsorge?

Dienstag, 19. Mai 2009 15:55

Die Welt ist wirklich verrückt. Nicht wahr?
Da reißt frau einen grippalen Infekt auf (keine Angst, es ist nicht die Schweinegrippe ;) ), aus einem Grund der dir, lieber Leser, völlig doof erscheinen mag (möglicherweise wird er als Lappalie angesehen, aber ich mußte mich ja so enorm aufregen, dass ich klatschnaß geschwitzt in einem klimatisierten Raum saß – eine Stunde lang. Wem wundert es, dass ich nun verkühlt bin), mich aber am vorigen Freitag beinahe wahnsinnig gemacht hat und nun bekommt frau keine Medikamente.

Genauer geht es um Influ… (darf ich denn hier überhaupt Marken erwähnen???) - ein gern verschriebenes Medikament bei grippalen Infekten. Schon meiner Stieftochter, die vorige Woche eine Verkühlung hatte, wurde dieses von der Hausärztin verschrieben. Ahnunglos schleppt sie sich fiebrig in die Apotheke und will ihr Rezept einlösen. Doch was muss sie hören? Besagtes Medikament ist “ausverkauft”.
Wie bitte? Ausverkauft? Ja, meinte die nette Apothekerin. Die Leute haben Angst wegen der Schweinegrippe und kaufen wie verrückt Medikamente ein. Und das sogar, obwohl sie völlig gesund sind. Wer der Meinung ist, daß eine Packung völlig ausreichen würde, irrt gewaltig. Denn die Menschheit braucht pro Haushalt offenbar gleich 2, 3 oder gar 4 Packungen!

Grenzt das nun schon an Verrücktheit oder sehe nur ich darin keine Vorsorge?
Ehrlich gesagt habe ich es gleich gar nicht erst versucht an Medikamenten zu kommen. Wer weiß, vielleicht höre ich dann sogar noch, dass Vitamin C-Brausetabletten alle sind. Der Schnupfen ist zwar lästig, aber zu der “Rüsselpest”, die ich im März hatte, ist er erträglich. Der Husten ist viel qualvoller – besonders in der Nacht. Drei Stunden schlafen und das nicht einmal am Stück, ist heavy… Da müssen dann halt “Omas Rezepte” herhalten. Ich habe gestern noch einen Zwiebelsaft gemacht (Veilchen gibt es ja leider keine mehr, dabei hätte ich neulich ein wundervolles Rezept erfahren), den ich heute Nachmittag abseihen werde und dann wird es hoffentlich besser.
Natur ist mir üblicherweise eh lieber als Chemie! Nur manchmal geht es halt leider nicht ohne Chemie… vielleicht bleibt mir der Gang zur Ärztin doch nicht erspart. Ob ich dann überhaupt noch Grippe-Medikamente bekommen werde?

Thema: Dies und das | Kommentare (0) | Autor: Lightdancer