Beitrags-Archiv für die Kategory 'Dies und das'

…die spinnen, die Römer…

Freitag, 15. November 2013 12:02

Dieser Ausdruck – geklaut von Obelix, dem Gallier – drückt meine Verwirrung sehr deutlich aus, wenn es um Vegetarier, Veganer und, wie ich eben bei MacDonalds gelesen habe, Flexitarier geht.

Im Grunde bin ich ja sehr offen und lebe nach dem Motto: leben und leben lassen. Was für mich ein Grund ist, Vegetarier und Veganer zu akzeptieren, ihre Lebensweise aber nie anzunehmen. Ich bin was ich bin – ein absoluter Fleisch-Tiger und eine rein pflanzliche Kost ist halt einfach nichts für mich. Wie ein Arbeitskollege mal zu mir sagte: “Das ist mir zu gesund!”, so sehe ich das ebenso.
Aber darum geht es jetzt eigentlich gar nicht, sondern eher darum, dass ich dann Vegetarier bzw. Veganer nicht verstehe, wenn sie dann aus Tofu oder Seitan Formen “basteln”, die sie an Würste oder Schnitzel erinnern. Hallo??? Wenn ihr Würstel oder auch mal ein Wiener Schnitzel essen wolltet, dann tut es doch. Aber sich mit “der Form” ins eigene Hemd zu lügen, dass man vielleicht doch Gusto auf Fleisch hat, finde ich weniger toll – aber jeder nach seiner Farcon!
Am härtesten hab ich aber gefunden, dass es jetzt ein Lokal gibt, das – man staune!!! – vegane Martini-Gans anbietet.  Wozu ist denn das bitte schön gut? Um sich weiterhin vorzulügen, etwas zu essen, dass man aus Glaubensgrundsätzen oder aus welchen Gründen auch immer, sich zu essen verweigert? *kopfschüttel*
Da frage ich mich wirklich: Was genau steckt dahinter?

Über den Begriff “Flexitarier” bin ich dann heute gestolpert, als auf FB eine Werbung von MacDonalds auftauchte, wo dieses Wort darin vorkam. Also hab ich mal gegoogelt und folgende Erklärung von einer Autorin, die vor den horrenden Kosten des massenhaften Fleischverzehrs in den Industrieländern warnt, gefunden:

Je schneller wir handeln, desto besser. Falls das nach einem Aufruf zum Vegetarismus klingt, ist das beabsichtigt. Doch auf die Gefahr hin, dass echte Vegetarier jetzt aufschreien: Wir wären auch mit Pescetariern zufrieden. Oder Flexitariern, Wochenendvegetariern also, die hauptsächlich fleischlos leben oder immer wieder und dann manchmal eben doch nicht anders können als rückfällig zu werden. Alles ist besser, als so weiterzumachen.

Rückfällig? Das klingt ja ganz so, als wären wir Drogen abhängig, nur weil wir Fleisch essen. Wo bleibt denn hier die Akzeptanz der Vegetarier, andere, die nicht nach ihrer Weise leben wollen, so leben zu lassen? Oder bin nur ich so tolerant, die als Nichtraucher die Raucher leben läßt und eben auch den Vegetarier seine Ernährung nicht ausreden möchte, sondern es einfach als das akzeptiere, was es ist – eine Lebensweise, wenn auch nicht die meine!
Auch der Begriff “Wochenendvegetarier” kann ja so nicht ganz stimmen, wenn Flexitarier, wie im Zitat deutlich zu lesen ist, sich “hauptsächlich fleischlos” ernähren. Also der Begriff hauptsächlich ist schon ein deutlich längerer Zeitraum als nur das Wochenende. Oder sehe nur ich das so?

Dieser Artikel soll auch nicht anprangern oder Vegetarismus schlecht machen. Ich will es einfach nur verstehen. Und wenn sich ein Vegetarier findet, der ehrlich zu sich selbst ist und mir logisch und schlüssig erklären kann, warum sie oder er, als Fleischverweigerer, ein Tofu-Gulasch oder ein veganes Martini-Gansl zu essen wünscht, wäre ich mehr als dankbar. An der Abwechslung kann es ja nicht liegen, weil – wie mir mal eine Ernährungsberaterin sagt – Abwechslung gibt es in der Gemüse-Küche mehr als genug.
Also mach ich mal auf Obelix, der ja auch ganz gern als “dump” bezeichnet wird, tippe mir an die Stirn und sage: Die spinnen, die Römer! Und das solange bis ich meine Erklärung erhalten habe… ;)

Thema: Dies und das | Kommentare (0) | Autor: Lightdancer

Kontrolle

Mittwoch, 2. November 2011 15:55

Was bedeutet Kontrolle für uns Menschen und warum ist sie uns so wichtig? Wieder einmal regt ein Buch mich zum Nachdenken an. Diesmal ist es Cassia und Ky Teil 1 – Die Auswahl.
In dieser Geschichte werden keine Erklärungen abgegeben. Die Welt ist so, wie sie die Autorin beschreibt. Es gibt keine freien Entscheidungen mehr, Paare werden anhand eines Auswahlverfahrens sortiert und zugeführt. Und das im Jahr des 17. Geburtstages. Es gibt keine Erklärung, warum es so gemacht wird, sondern einfach nur die Tatsache, dass die Menschen so damit leben. Ihr Essen kochen sie nicht selbst, es wird anhand von Kontrolle und Überprüfung auf die Kalorien genau berechnet und in die Häuser „geschickt“. Die Menschen tragen drei Tabletten mich sich herum, eine blaue, eine grüne und eine rote. Die grüne soll beruhigen, wenn man Beruhigung braucht, die blaue (seltsam, es fällt mir nicht mehr ein) und die rote ist die Schlimmste, denn sie lässt die Menschen die vergangenen 12 Stunden vergessen. Alles steht unter der Kontrolle der „Funktionäre“. Sie bestimmen das Leben aller. Sie beobachten, sie agieren, sie verlangen ob man die rote Tablette einnehmen muss oder nicht. Und wer nicht willig ist, dem wird gedroht. Verstöße werden, je nach Schweregrad, mit Ausstoßung geahndet. Diese Menschen sind dann Aberrationen und wenn sie dennoch nicht ruhig sind, werden sie zu Anormalien, die geächtet und aus dem Gefüge entfernt werden.
Menschen werden nicht älter als maximal 80 Jahre, denn anhand des Gifts, welches im Essen ab einem gewissen Alter beigefügt wird, wird das Leben langsam ausgelöscht.
Dieses Buch zu lesen war irgendwie… seltsam! Einerseits wollte ich unbedingt wissen wie es mit Cassia, Xander (ihr eigentlich „idealer“ Partner) und Ky (der eine Aberration ist) weiterging und andererseits hat mich dieses absolute Machtgehabe der Funktionäre auf die Palme getrieben. Ich bin jetzt schon ein Mensch, der sich zu nichts zwingen lässt, da ich sonst mit Rebellion und Aufsässigkeit reagiere (war immer schon so bei mir und meine Mutter kann ein Lied davon singen!) und ich habe das Gefühl je älter ich werde, desto stärker wird das Verlangen nach Freiheit, nach der Möglichkeit eine Wahl zu haben und wenn ich sie mit allen mir möglichen Mitteln, die mir zur Verfügung stehen, durchsetzen muss. Ich lasse mich nicht in eine Form pressen. Ich frage mich also, was die Welt soweit getrieben hat, dass so eine mögliche Zukunftsvision wahr werden könnte? Und ganz ehrlich: ich fürchte fast, dass wir auf eine solche Zukunft zusteuern, denn schon jetzt herrscht das Gesetz des Dschungels – Der Stärkere siegt und auch das mit allen Mitteln, selbst mit Aggression verbunden!

Meine Frage, die sicherlich berechtigt ist, lautet nun: Was treibt einen Menschen dazu unbedingt die Kontrolle behalten zu wollen? Warum lassen sich die Leute in ein Schema einsperren, als die Möglichkeit der freien Wahl haben zu können? Warum sind Vorbilder wichtig, nach denen man sich richtet, als einfach der Mensch zu sein, der man ist? Und warum wird man von der Seite angesehen, wenn man tatsächlich der ist, der man ist und nicht einfach „angepasst“?
Ist es wirklich so schwer einfach mal die Kontrolle fallen zu lassen? Zu sehen, was auf einem zukommt, ohne Furcht zu haben, dass etwas schief gehen könnte?
Vielleicht liegt darin der Kern der Wahrheit!
Wir haben Angst zu versagen. Wir haben Angst, dass etwas nicht so läuft, wie man sich erhofft oder ausmalt. Angst als Außenseiter leben zu müssen.

Seltsam, immer wenn ich über dieses Thema nachdenke – und es beschäftigt mich sehr oft -, fallen mir die Worte von Marianne Fredriksson aus dem Buch Eva ein.
Wir Menschen brauchen Worte, denn können wir etwas nicht benennen, ist es nicht real, nicht existent.
Und wie recht sie damit hat. Beschreibt mal ein Gefühl wie Liebe oder Wut und stellt euch vor, ihr müsst das jemanden erklären, der diese Gefühle nicht kennt. Wie fühlt sich Liebe an, wie schmeckt sie, wie riecht sie, welche Farbe hat sie? Fasst es in Worte und ihr werdet sehen, dass ich gar nicht so einfach.
Wie empfindet ihr dann? Hilflos? Ratlos? Verwirrt, weil euch die Worte fehlen? Ist das nicht schon eine Art Kontrollverlust? Durchaus…
Und doch erlebe ich Momente, wo ich in Tränen ausbreche, grundlos, wie man glauben kann und die einfach nur aus einem Augenblick von Trauer oder auch allerhöchsten Glücks entstehen. Aus – wie man glauben könnte – lächerlichen Gründe, wie ein absterbender Baum oder einfach das Strahlen von Kinderaugen. Ebenso perlt schon mal ein lautes Lachen aus mir heraus, weil es einfach in diesem Moment passt und es aus mir heraus muss… es drängt und macht frei. Frei von Kontrolle! Und ich sage bewusst, dass sind die besten Augenblicke in meinem Leben. Ohne Zwang, ohne Druck, einfach nur sein, einfach atmen und er/leben. Das sind die Augenblicke, wo ich wahrhaftig lebe, wo mein Herz aufatmet, selbst, wenn ich Trauer empfinde. Es ist reines, pures Sein, wie es nur Kinder erleben. Die restliche Zeit bin ich hinter Glas – wie ein Goldfisch in seinem runden Aquarium. Ich sehe nach außen, ich bin dabei, aber hilflos gefangen. Festgesetzt in einem Gefüge, dass nicht das meine ist. DAS ist Kontrolle!
Wir allen werden bereits kontrolliert! Das Geld hält uns gefangen. Wir arbeiten, wir schuften und für was? Für Geld. Wir brauchen Geld, denn ohne diesem können wir nicht wohnen, nicht essen, ja nicht einmal heiraten oder sterben und bald sind Dinge wie Fernsehen oder Auto Luxus. Ist das wirklich das, was wir alle anstreben? Gefangen zu sein? Geld kontrolliert die Börsen und das ist Geld, welches nicht einmal existent ist! Die Börsen kontrollieren wiederum alles andere – Nahrung, Kaufkraft, Aktien und – unser aller Leben. Wir lassen uns von all dem unterdrücken. Wir lassen zu, dass solche Dinge uns kontrollieren und weil wir kontrolliert werden, wollen wir dem nicht nachstehen und kontrollieren ebenfalls alles, was uns in die Quere kommt. Das sind dann Kinder, Tiere, die Natur (Zwangsbepflanzungen, Ausrottungen, Flußregulierungen, usw.) und unsere Gefühle.

Bei mir heißt es immer: ich mag keine halben Sachen. Entweder ganz oder gar nicht! Und dazu stehe ich. Kontrollierte Gefühle sind nichts Halbes und nichts Ganzes. Wie will man Liebe kontrollieren? Wie Trauer oder Glück? Wie bändigt man Zorn? Was sind kontrollierte Kinder? Sie reagieren entweder aggressiv (was heutzutage eh schon viel zu gehäuft auftritt) oder werden zu seelischen Krüppeln.
Befreit euch von dem Zwang der Kontrolle. Lebt euer Leben, eure Gefühle! Seid einfach so, wie ihr erschaffen und nicht wie ihr erzogen wurdet.
Bücher wie Cassia und Ky oder Filme wie Aeonflux sollten mehr Menschen lesen/sehen und vor allem auch darüber nachdenken. Sie nicht als fiktive Ideen halten oder für überspannte Fantasie. Auch wenn wir noch lange nicht so eine Art von Kontrolle erleben, so wird unser Leben jetzt schon eingedämmt und in Bahnen geleitet, die wir nicht mehr sehen (wollen?).
Kein Mensch, kein Gegenstand, keine Idee oder Standpunkt sollte uns unsere Freiheit für die Entscheidung rauben.

Thema: Dies und das | Kommentare (0) | Autor: Lightdancer

Gutes Benehmen als Schulfach?

Donnerstag, 8. September 2011 11:37

Weit sind wir gekommen, dass die Erziehungsberechtigten – sprich die Eltern – nicht mehr fähig sind, ihren Kindern so etwas wie gutes Benehmen lernen zu können und es deshalb als Schulfach gefordert werden muss. Eigentlich bin ich der Typ, der nicht auf Internate steht, der das „Sie“ zwischen Kindern und Eltern immer als absurd angesehen hat. Aber eines muss ich schon sagen: Respekt gab es damals noch. Leider muss ich dieser Forderung mein absolutes „JA“ geben. So Dinge wie Respekt oder ein einfaches Bitte und Danke, eine Begrüßung und eine Verabschiedung kennen die heutigen Kinder/Jugendlichen leider kaum noch. Jede/r fühlt sich einfach nur noch stark, wenn sie/er eine große Lippen führen und rotzfrech sein kann.
Doch meine Bedenken sind eher die nachfolgenden: Wenn die Eltern dessen schon nicht fähig sind, wie sollen Lehrer das Kindern beibringen, die Maßregelungen nicht durchführen dürfen? Eine Mutter, ein Vater gibt bei Nicht-befolgen einfach mal Hausarrest, Fernseh-Verbot, das Handy wird weg genommen oder dergleichen mehr. Doch was macht ein Lehrer? Dem Schüler ein „tu-tu“ oder gar die Note 5 androhen? Was soll das heutzutage bringen, dürfen doch die Schüler mit einem (oder sogar zwei?) „Fetzen“, wie man auf gut Wienerisch sagt, trotzallem in die nächste Klasse aufsteigen.
Die heutigen Kinder lachen doch über solche Maßnahmen, wenn es droht, dass sie im Fach „Gutes Benehmen“ durchfallen. Klar wird es auch hier, wie in allen Bereichen, Musterschüler geben. Doch diese werden – so nehme ich mal schwer an – auch jetzt schon einiges an Benehmen haben.
Viel wichtiger finde ich, dass den Eltern wieder mehr Freiheit gegeben wird und nicht durch Gesetze an der Erziehung gehindert werden sollen. Nicht, dass ich für die Prügel-Strafe bin, aber mal ehrlich: hat irgendjemanden von uns die „Watsch´n“ geschadet? Haben wir nun Körperschäden, seelische Gebrechen oder sind wir deshalb selbst zu Prügler geworden? Nein!
Natürlich gehört Kinder-Missbrauch, und dazu zähle ich durchaus auch Verprügelungen, angezeigt bzw. bestraft. Aber was die anti-autoritäre Erziehung bringt, sehen wir ja jetzt: null Benehmen!

Und noch eines, was mir Kopfzerbrechen bereitet: wollen wir wirklich die Erziehung unserer Kinder in die Hand Fremder legen? Jeder hat so seine eigene Erziehung genossen, jeder handhabt das anders. Wir zeigen uns dann irritiert, wenn das Kind ein Verhalten zeigt, welches es nicht von uns gelernt hat. Ich erinnere mich an eine Szene, die mich sehr gestört hat. Wir, also mein Mann und ich, waren gemeinsam mit der Enkelin bei Freunden übers Wochenende zu Besuch. Die Kleine wollte eine Banane essen und sie – sie war gerade mal 5 Jahre alt – wollte die Schale selbst öffnen. Als es nicht so klappte, wie sie es sich vorgestellt hatte, bat sie mich um Hilfe, aber ohne, dass ich die Banane schälen würde. Ich zeigte es ihr daher, wie ich es gewohnt war eine Banane zu schälen – nämlich den Stiel zur Seite biegen, damit zu brechen und die Schale dann abzuziehen. Meiner Meinung nach die einfachere Methode. Ich war regelrecht entrüstet, als unsere Bekannte der Kleinen die Banane aus der Hand nahm und meinte: Was für ein Schwachsinn. So macht man eine Banane auf! Und drückte den Fingernagel in das andere Ende, um es abzureißen.
Normalerweise sage ich mir dann: Der Weg ist das Ziel! Dennoch – wie man sieht – war ich entsetzt über ihre Vorgehensweise. Okay, diese Bekannte ist weder eine Lehrerin, noch eine geschulte Psychologin (auch wenn sie eine derartige Ausbildung kurzzeitig gemacht hat). Aber es zeigt mir sehr deutlich, dass es uns eigentlich nicht Recht ist, wenn jemand anderer die Erziehung an unserer Stelle in die Hand nimmt.
Abgesehen davon ist Erziehung auch sehr von der Glaubensrichtung, von den Dogmen seiner Herkunft abhängig. Wie würde wohl eine türkische Mutter reagieren, wenn eine österreichische Lehrerin ihrem Kind etwas an Benehmen beibringt, was dort möglicherweise verpönt oder gar streng verboten ist?

Dazu fällt mir gerade ein, wie sich mein Stiefsohn seinen Ex-Schwiegereltern gegenüber verhalten hat. Seine Ex-Frau ist Philippinin und da ist es gang und gäbe, dass jüngere Menschen, gleich ob Familien-Angehöriger oder nicht, die Hand des Älteren nehmen und zur eigenen Stirn führen, um sich dabei leicht zu verneigen. Es ist eine Ehrbezeichnung, die es bei uns nicht gibt.
Die Philos, wie sie sich selbst bezeichnen, sind streng christlich erzogen und doch mutet diese Begrüßung eher hinduistisch an. Wenn nun also ein philippinisches Kind so aufwächst und in der Schule dann stattdessen lernt, jemanden die Hand zu geben, würde das sicherlich zu Unruhen in den Familien führen. Und von anderen Gebräuchen und Sitten anderer Länder, die mir unbekannt sind, möchte ich gar nicht erst reden. Wie soll sich also ein Lehrer in diesem Fach verhalten?? Muss er nun all diese Sitten lernen oder rennt er sie einfach nieder und gibt das weiter, wie man es in Österreich gewohnt ist?

Auch wenn ich schwer dafür bin, dass unsere Kinder wieder mehr auf Benehmen achten sollten, so halte ich dennoch diese Idee mit dem Schulfach gelinde gesagt für Schwachsinn. Erziehung gehört nach wie vor in die Hände der Eltern. Doch wie bewerkstelligen, wenn das eigenen Kind nur schon bei einer drohend erhobenen Hand (also noch nicht mal die Ohrfeige an sich) die Meldung schiebt, dass man es nicht wagen soll, sonst würde eine Anzeige wegen Körperverletzung gemacht werden?
Kinder gehören durchaus geschützt. Doch wie ihnen beikommen, wenn alle Vernunftsgründe und „harmlose“ Bestrafungen wie Hausarrest nichts fruchten? Man sagt: Respekt kriegt man nicht geschenkt. Respekt muss man sich verdienen. Doch wie macht man das?
Viele Menschen sagen/sagten zu mir, dass ich ihren Respekt hätte. Doch wie hab ich das erreicht? Ich bin weder eine Führungsnatur, noch hab ich besondere Talente. Ich bin einfach wie ich bin und meine Enkeltöchter (drei an der Zahl) lieben mich. Vielleicht gerade deshalb? Weil ich unverfälscht bin? Weil ich ihnen nichts vormache? Ihnen gegenüber auch Fehler zugebe oder, wenn ich etwas nicht weiß, das auch offen und ehrlich so sage? Sind es gerade die einfachen Dinge im Leben, die einem den Respekt der anderen einbringt? Wieso funktioniert dann so etwas nicht in der Kindererziehung?

Ich denke mit diesen Zeilen rege ich wieder einmal zum Nachdenken an. Tut es auch, und zwar wirklich. Die Erziehung gehört nicht in die Hand fremder Menschen! Ihr seid es, die eure Kinder auf den Weg des Lebens führen solltet. Bringt ihnen dasselbe bei, was euch beigebracht worden ist und das ist sicher nicht so ein Unsinn wie Papier-Container anzuzünden, um zu sehen, wie schön sie schmelzen (ganz ehrlich: das ist nicht erfunden. Der Papier-Container bei uns ums Eck ist schon dreimal angezündet worden!). Lehrt sie den Sinn des Lebens zu verstehen und wenn ihr selbst damit Schwierigkeiten habt, dann sucht Leute auf, die euch dahin führen können. Aber kümmert euch um eure Kinder, lehrt sie das Richtige zu tun, zeigt ihnen wie man sich benimmt und wie man sich Respekt verschafft, ohne gleich brutal oder herrschsüchtig zu werden.

Thema: Dies und das | Kommentare (0) | Autor: Lightdancer

Warum?

Mittwoch, 3. August 2011 12:34

Warum? Die ewige Frage eines Kindes… ich bin zwar kein Kind, sondern eine erwachsene Frau, dennoch stelle ich mir immer öfters dieses kindliche warum!
Warum stehen Menschen nicht zu ihren Fehlern? Warum vertuschen sie sie lieber oder decken sie mit Halbwahrheiten zu? Warum werfen so viele junge Menschen in einer Beziehung gleich das Handtuch, nur weil es ein wenig schwierig geworden ist? Warum schicken manche Leute andere vor, die Andeutungen bringen, die Reaktionen hervorrufen sollen, um abzuschätzen, wie man dann reagieren soll? Warum verbirgt man sein Gesicht, das Trauer oder pure Freude zeigt, nur um die Gefühle andere zu schonen? Warum? Warum? Warum?

Ist es wirklich ein Fehler zu seinen Fehlern zu stehen? Ist es wirklich so schwer zu sagen: Leute, mir ist das zu schwer, ich krieg das nicht auf die Reihe, sucht euch jemand anderen? Erzeugt es wirklich ein Problem zu zugeben, dass man etwas nicht weiß oder nicht versteht und muß einfach aus Starrsinn, aus dem falschen Status eines “Vorgesetzten” sagen: ich habe Recht und nicht du? Bricht man sich wirklich eine Zacke aus der Krone etwas zu zugeben, nur weil man sich deswegen schämt oder vor den möglichen Reaktionen Angst hat?
Ich finde gerade diese Menschen, die wirklich zu sich selbst stehen, zu all ihren Schwächen ebenso wie zu ihren Stärken, sind wirklich real!
Doch um zu erklären, warum ich gerade real sage, muß man sich das Wort einmal näher ansehen.

Synonyme für real sind:
Bedeutung: absolut - total, gesamt, glatt, sicher, völlig, insgesamt, bedingungslos, effektiv
Bedeutung: aufrecht – rein, wirklich, ehrenhaft, gerade, echt, urwüchsig, richtig, unbeugsam, treu
Bedeutung: begreiflich – einleuchtend, überzeugend, anschaulich, nachvollziehbar, offenbar, plausibel

Die Wörter, die nun dick hervorleuchten, sind für mich wichtig, wenn es um Menschen geht.
Gesamt bedeutet für mich, dass dieser Mensch sich wahrhaftig kennt, sich so angenommen hat, wie er wirklich ist und diese Gesichter nicht vor der Welt versteckt. Wenn er sauer ist, dann ist er eben sauer. Er steht dazu, er handelt danach (wenn vielleicht auch durchaus zu überhastet. Aber immerhin begeht er einen Fehler und das ist nur allzu menschlich). Wenn er überglücklich ist, strahlt er. Nicht nur das Gesicht. Seine Augen strahlen, blinken wie Sterne am Himmel, seine Körperhaltung ist offen und er geht so auf andere zu, selbst auf die Gefahr hin, dass er enttäuscht oder verletzt wird. Aber niemals, niemals wird er eine Fassade aufrecht erhalten, die etwas ganz anderes zeigt, als er fühlt und denkt. Ich gestehe: ich mag es nicht, wenn man mich als “offenes Buch” bezeichnet. Aber das ist ein Teil von mir. So bin ich nun einmal. Wenn ich glücklich bin, teile ich das anderen mit. Wenn ich übermütig bin, versuche ich andere in dieselbe Richtung zu reißen und sie vielleicht so ein wenig von ihrem ewig gleichbleibenden Alltagstrott abzulenken. Wenn ich traurig bin, kann ich das kaum verstecken, auch wenn ich es versuche, weil ich niemanden in mein Leid hineinziehen möchte.
Ein “gesamter” Mensch ist also für mich jemand, der sich so zeigt, wie er gerade denkt und fühlt. Dieser Mensch hat aber auch das gefunden, was man gerne als “seine Mitte” bezeichnet. Was bedeutet das? Selbst wenn er extrem wütend ist, verläßt er seine Mitte nicht. Seine Gedanken ruhen bei ihm, während er diese Gedanken versucht lauthals seine Stimme zu verleihen. Er gerät nicht, wie man so schön sagt, “außer sich”. Er wütet nicht sinnlos, sondern dennoch überlegt. Diese überlegte Wut wird in Romanen gerne als “kalte Wut” serviert. Sie wirkt berechnend und ist es möglicherweise sogar. Dennoch ist sie weit besser als die völlig Raserei, die eine Spur von Zerstörung nach sich zieht.

Ein reiner Mensch… seltsamerweise sehe ich bei diesem Ausdruck immer Jesus von mir. Dabei bin ich nicht einmal eine Gläubige. Oh… ich denke durchaus, dass es Jesus oder jemanden dieser Art gegeben hat. Aber was ich nicht denke ist, dass er Gottes Sohn war. Ich weiß, mit meinen Worten werde ich mir jetzt etliche Feinde zuziehen, aber das ist meine Denkweise. Sie ist nicht für alle gleich gültig! Es ist meine Ansichtsache, mein Gedankengut und muß von niemanden als wahr bezeichnet oder gar angenommen werden. Ich zwinge niemanden meine Ideen (vielleicht wollen sie einige Hirngespinste nennen!) auf…
Jesus, also, ist in meinen Augen ein ganz  normaler Mensch. Vielleicht sogar ein Art Magier. Er ist aber reines Herzens. Er liebt die Welt und zwar die gesamte, wie sie ist. Er will sie mit seiner Liebe, mit seiner Güte aber dennoch verbessern  und das würde ich auch gerne, nur bin ich weder so redegewandt noch so reines Herzens wie er. Rein ist für mich die All-Liebe. Jene Liebe, die alles und jeden umfaßt, die gibt, aber niemals zurückverlangt. Die verschenkt wird, ohne das man ein Gegengeschenk erwartet, die Welt aber reicher macht, wenn man dieselbe Liebe zurück erhält.
Die Liebe der Menschen ist egoistisch. Sie bindet, sie fesselt, sie bereitet Schmerzen, macht Angst vor Verlust, sie schafft Eifersucht, sie schürt Besitztum. All diese Dinge sind falsch. Das ist keine Liebe…
Liebe läßt den Menschen gehen, wenn man weiß, dass dieser Weg für ihn besser ist.
Liebe bringt Leben hervor, niemals Zerstörung wie es die Eifersucht schafft.
Liebe versetzt in wahrsten Sinne des Wortes Berge.
Und diese Liebe, die nicht besitzen möchte, sondern lediglich schenken, diese ist absolut rein… So sehe ich Jesus!

Echt! In der heutigen Zeit muß man sich leider immer häufiger fragen, was ist echt und was nicht. Auch Menschen können “nicht echt” sein. Sie zeigen ein Gesicht, dass sie eigentlich nicht sind. Ich hatte in meiner Jugendzeit einen Partner, der nicht echt war. Er war nicht fähig, echte Liebe zu empfinden. Seine Gefühle mir gegenüber fühlten sich, je länger ich mit ihm zusammen war, falsch und aufgesetzt an. Sein Lächeln war ebenso nicht echt, wie es seine Tränen nicht waren, wenn ich unsere Beziehung beenden wollte. Er war ein meisterhafter Schauspieler – in jeder Lebenslage. Der Nachteil eines solchen Partners – er laugt einem aus. Er frißt die Energie aus dem Körper seiner “Liebe” und läßt leere Hüllen zurück. Ich hab zum Glück rechtzeitig den Absprung geschafft, aber dennoch sehr lange darunter gelitten.
Bei einem echten Menschen erreicht das Lachen auch seine Augen. Sie leuchten wie kleine Sonnen und strahlen um die Wette. Sie sind verdunkelt vor Schmerz und der gesamte Körper krümmt sich um sein Herz. Er ist beschämt, wenn er einen Fehler macht, wird vielleicht sogar rot. Aber all das wird er nicht verstecken, nicht hinter einer Maske verbergen.

Mit treu mein ich nicht die Treue in einer Beziehung, sondern die Treue zu sich selbst. Wenn man seine Stärken und Schwächen kennt, sollte man durchaus aus ihnen lernen, sie aber nicht unbedingt verändern wollen. Stattdessen einfach zu sich selbst stehen und sagen: C´est la vié! So ist das Leben und so bin ich!

Und nun komme ich wieder zu dem Warum! Warum verhalten sich die Menschen heute so? Warum verbergen sie etwas, was sie eigentlich zeigen sollten?
Ein Teil davon ist sicherlich Erziehung. Einem Jungen wird erzählt, dass er nicht weinen darf, mit der Begründung: das ist nicht männlich! Er wird gezwungen Gefühle zu unterdrücken. Doch warum? Um einen “harten Kerl” aus ihm zu machen? Um Gefühle nicht zu zulassen, weil sie… ja, was eigentlich? Weh tun? Einen sabbernden Irren aus einem machen? Nicht real sind? Ich habe mich immer gefragt, warum ein Junge/Mann nicht weinen darf und es bis zum heutigen Tag nicht verstanden. Warum muß sich das so genannten starke Geschlecht seiner Tränen schämen?
Mädchen wiederum wird erzählt, dass sie nicht auf Bäume klettern dürfen. Begründung: es sei nicht schicklich!
Was ist nicht schicklich? Lebensfreude zu haben? Sich austoben zu dürfen? Oder sich vielleicht auch mal als Mädchen sich die Knie aufzuschlagen oder das Kleidchen schmutzig zu machen?

Wir werden von klein auf in eine Form gepreßt… und da ist es schon wieder! Alles wird passend gemacht. Worte, Taten, Menschen, Gedanken, Gefühle und darüber hinaus die Wissenschaft, die Technik, Gegenstände und Tiere. Seltsamerweise scheint es immer darauf hinauszulaufen. Nicht wahr?
Wir wundern uns, warum die heutige Jugend so aggressiv ist, aber wir hinterfragen es nicht wirklich. Wir sehen nicht, dass wir Erwachsenen ihnen den Sinn des Lebens geraubt haben. Wir geben ihnen keine Prinzipien mehr mit, stattdessen grenzen wir sie nur noch ein. Wir lassen sie nicht mehr lernen, so wie wir einst gelernt haben – durch die Möglichkeit Fehler zu begehen.
Manche, wie ich es offenbar bin, brechen daraus aus und ecken damit meist überall an. Ich bin das schwarze Schaf in der Familie, weil ich nicht “fügbar”, nicht “eingeordnet und einordnungsbar” bin, weil ich Widerworte spreche, wenn es doch besser wäre ja zu sagen, weil ich nicht seufze und das Haupt neige, wenn Ältere etwas zu predigen versuchen, was man selbst schon längst als Fehler erkannt hat. Sehr viel früher wurden die Kinder kluge Erwachsene und diese irgendwann die “weisen Alten”, denen man glauben konnte/durfte und auch tat. Doch heute ist das schon längst nicht mehr so. Doch woran liegt das? Ist es deshalb so, weil sich unsere Dogmen ändern? Oder liegt es wirklich nur an der Erziehung? Aber werden die Kinder nicht ebenso ver/erzogen wie noch vor 40 Jahren? Liegt es daran, dass die Form, die wir Menschen uns vor Jahrhunderten auferlegten, einfach nicht mehr paßt und wir das nun endlich erkennen und durch Ausbruch, Gewalt und/oder in absoluter Verzweiflung nach einer neuen suchen? Ist das der Grund, warum die Menschheit verschiedene Fassaden zeigt, anstatt ihr wahres Gesichts?

Ein sehr lieber Mensch hat mir vor kurzem gesagt, dass er keine Maske trägt, sondern nur eine Art Versteck, aus welchem er heraus beobachtet und einschätzt und sich quasi die Leute aussucht, denen er sich offen zeigt. Irgendwie hab ich den Unterschied verstanden und kann es dennoch nicht nachvollziehen. Kann man denn nicht auch ohne Versteck beobachten? In dem man sich einfach ruhig verhält, aber dennoch offen an einem Tisch sitzt und zusieht? Eine Fassade ist doch eigentlich nichts anderes als eine Atrappe, also doch auch wieder eine Art Maske. Oder sehe nur ich das so?
Und dann kommt wieder das dumme,  kindische warum! Warum muß man heutzutage Verstecken spielen, um die Menschheit zu sieben, zu filtern, herauszufinden, wem man sich offen zeigen kann und wem nicht? Ist es die Angst vor Verletzung?

Eine Band, deren treuer Fan ich seit Jahren bin, und so manchen vielleicht unter den Namen Blackmore´s Night bekannt ist, hat eine wundervolle Textstrophe, die mir oft im Kopf herumgeistert:

And all we have to show
Are battle scars

Ist es wirklich so schlimm Narben zu tragen? Ist es anrüchig sie der Welt zu zeigen? Früher waren sie ein Zeichen der Ehre, sie wurden mit Stolz getragen. Warum hat sich das geändert?

Thema: Dies und das | Kommentare (0) | Autor: Lightdancer

Menschliche Dominanz

Freitag, 22. Juli 2011 11:02

Wozu ist die menschliche Dominanz gut? Wir sind keine Wölfe, die sich eine Rangordnung erkämpfen müssen, um zu überleben. Wir brauchen nicht die gesündesten, stärksten und besten Weibchen suchen, um uns zu paaren. Wir müssen nicht wie manche parasitär lebende Pflanze nach dem Licht ringen und deshalb andere unterdrücken.

Warum also tun wir es? Was gibt uns Macht? Was erreichen wir durch Dominanz über und Unterdrückung anderer? Wollen wir uns damit nur brüsten, uns hervortun, unser prächtiges „Gefieder“ zeigen, welches schlussendlich nur aus Lug und Trug besteht? Wofür müssen wir reich sein, schön, besser als andere, intelligenter? Wieso müssen wir in die Genetik eingreifen, nur damit das eigene Baby so schöne blaue Augen hat, wie man es sich selbst immer gewünscht hat? Warum müssen Tomaten größer und röter sein und dabei völlig an Geschmack verlieren? Warum müssen wir andere Menschen-Rassen, andere Religionen verdammen und niedermachen? Warum empfinden wir sie schlechter als uns selbst?

Liegt es daran, dass Leute, die selbst das Negative erlebt haben, sich nun selbst und anderen beweisen wollen, wie gut sie sind und wie sie alles zum Positiven hin verändern? Möglich wäre es. Doch dann stellt sich die Frage: Wenn man mit guten Gedanken, besseren Ideen etwas verändern möchte, was passiert dann damit und warum machen sie eine Kehrtwende?
Warum gehen Menschen in die Politik?
Der Volksmund sagt, dass das diejenigen sind, die nichts gelernt haben und trotzdem eine große Klappe führen wollen. Aber stimmt das? Stecken nicht andere Wahrheiten dahinter und wenn ja, wo sind die dann hingeflogen? Ich habe das Gefühl, dass wir alle schon so von Selbstzweifeln geplagt sind, dass wir nicht mehr geradeaus sehen können. Jede/r verfolgt das eigene Ziel, mit dem Resultat, dass leisere untergehen, dass Leute, die nicht den Mut haben den Mund für einen Protest zu öffnen, einfach überrannt und das diejenigen, die den Mut besitzen und sich versuchen dagegen zu wehren, mundtot gemacht werden.

Wir müssen uns wieder auf uns selbst besinnen. Herausfinden, wer wir sind, was wir machen und warum wir so oder so handeln. Wir müssten wieder bei Adam und Eva anfangen, aber dabei die Bibelgeschichte, wie sie uns so gerne verkauft wird, vergessen. Wir sollten aus unseren Fehlern lernen und die Schöpfung neu schreiben. Wir sollten von anderen Lebewesen lernen… zum Beispiel von der Symbiose eines Einsiedlerkrebses mit einer Muschel und dabei Harmonie entdecken. Wir sollten von den Ratten lernen, die die Vermehrung innerhalb einer Kolonie kontrollieren, wenn sie zu viele werden. Wir sollten von der „Rose von Jericho“ lernen, die wie tot aussieht, wenn sie trocken ist und wieder zum Leben erwacht, sobald sie mit Wasser in Berührung kommt.

Drei Sätze aus zwei unterschiedlichen Büchern und von zwei unterschiedlichen Autorinnen haben mich nachdenklich gestimmt.
Der eine stammt von Karen Marie Moning und stammt aus dem Buch „Bloodfever“ (oh ja, das ist Fantasy, möglicherweise auch Dark-Fantasie, aber der Satz hat mich in ganz andere Richtungen denken lassen).

Unsere Taten definieren uns. Unsere Entscheidungen. Die Dinge, denen wir widerstehen. Die Dinge, für die wir sterben würden.

Für Fantasy ein durchaus wahrhaftiger Satz. Nicht wahr? Unsere Taten definieren uns. Sie zeigen, auf welcher Seite wir stehen. Ob wir dem Guten dienen oder dem Bösen verfallen sind. Klingt melodramatisch, aber so denkt die Menschheit – in Schubladen. Schwarz und weiß, gut und böse. Anstatt die Farben dieser Welt zu sehen, ist alles entweder schwarz oder weiß. Anstelle eines Mittelweges zwischen gut und böse zu gehen, wählen wir „eine Seite“. Und oft höre ich die Aussage: Mir wurde die Entscheidung abgenommen – oder – Welche Wahl hätte ich gehabt?
Wir alle haben jede Menge Wege vor uns. Wir können ständig entscheiden, ob wir den normalen Schotterweg mit all seinen Schlaglöchern, ob wir lieber den etwas holprigen Betonweg oder die glatt asphaltierte und damit die leichteste Straße nehmen. Und… was noch viel wichtiger ist: man kann sich ständig anders entscheiden. Geht man an einem Tag lieber einen steilen Berg hinauf, um sich zu ertüchtigen, sich freiwillig zu plagen oder einfach daraus etwas zu lernen, so ist es möglich, dass man am nächsten Tag, ja selbst in der übernächsten Stunde schon, sagt: nein, das war keine gute Entscheidung, ich gehe nun lieber durch den Bach um meine Füsse zu kühlen.

Wählt man so unorthodox seinen Lebensweg, wird man gerne als verrückt, als unsicher, als exzentrisch abgestempelt. Dabei sind doch gerade diese Menschen, diejenigen, die wahrlich lernen. Sie akzeptieren keine Entscheidungen, die irgendjemand für sie gefällt hat. Sie wollen selbst lernen, sich selbst bewusst werden, was sie eigentlich im Leben wollen. Sie verhalten sich wie Kinder. Und was ist so schlecht daran? Irgendwann verbannen wir das Kind in uns, fühlen uns reifer, erwachsener und töten dabei aber einen wichtigen Teil von uns selbst – Freiheit, Unbeschwertheit und Spaß am Leben.

Mit den Worten verlieren wie die ursprüngliche Wahrnehmung. Sie geben mehr Sicherheit, das ist schon richtig. Nur das, was einen Namen hat, wird für uns wirklich.
Wirklich und eingeschränkt.

Dieser Satz stammt aus der Feder von Marianne Fredriksson und wurde von mir in ihrem Buch „Eva“ gefunden. Und auch er beinhaltet soviel Wahrheit, die wir aber manchmal gar nicht sehen wollen. Wir sind der Meinung, dass wir Worte brauchen. Sie geben uns Halt, wenn wir etwas benennen können und es stürzt uns in Verwirrung, wenn wir ein Gebiet betreten, dass namenlos ist, was wissenschaftlich nicht (oder noch nicht?) erklärt werden kann. Wir schließen die Augen vor Dingen, die nicht „da“ sind, weil sie in unserem Wortschatz nicht vorkommen oder nur unzureichend erklärt werden können. Und damit legen wir allen Dingen eine Beschränkung auf. Wir engen sie ein, wir pressen alles in eine Form. Und was nicht passt, wird passend gemacht… wir drücken, quetschen, schneiden und reißen solange daran, bis es uns in den Kram passt.

Die Wahrheit ist nicht erlernbar, man kann sie nur wieder erkennen.

Auch dieser Satz stammt von Fredriksson und aus dem bereits genannten Buch. So manchen wird nun ein diffuses Gefühl beschleichen. Die Frage wird auftauchen, warum ist die Wahrheit nicht erlernbar? Doch dann sollte man sich gleich die nächste Frage stellen: Was ist eigentlich Wahrheit? Nur, weil ich in allen Dingen etwas „Göttliches“ begreife, steht es völlig außer Frage, dass mir viele, sehr viele Menschen widersprechen würden. Wahrheit ist in meinen Augen das, womit wir leben können, was wir für uns selbst erfahren und gelernt haben. Durchaus sind einige Dinge wissenschaftlich erwiesen oder mathematisch so genau, dass nichts daran zu rütteln ist. Doch liegt das nicht gerade an unserem Stand der Wissenschaft? Wer weiß heute schon, wie die Ägypter wirklich ihre Pyramiden bauten, wie sie so exakt die Weltwunder ausrichten konnten, dass sie mit Sonne-, Mond- und Sternenstand eine bestimmte Botschaft übermitteln konnten? War es wirklich dieselbe Mathematik, die wir heute kennen? Oder gehen wir eher einer anderen Spur nach, die wissenschaftlich nicht belegt werden kann, weil sie dem Reich der Fantasie zu entspringen scheint und vermuten dahinter Außerirdische?
Wenn eine Aussage oder ein Bildnis mit dem übereinstimmt, was wir in unserem Leben erfahren, gelernt und gehört haben, dann ist das für uns Wahrheit – wir erkennen sie. Doch diese Wahrheit wird nicht immer auf der ganzen restlichen Welt anerkannt. Es gibt Diskussionen, Streitereien, Krieg, um die eigene Meinung, die eigene Wahrheit zu übermitteln, anstatt die Menschen sich selbst entscheiden zu lassen, was für sie die Wahrheit ist.
Was würde es bewirken, wenn wir all die Menschen auf unseren Planeten selbst entscheiden ließen, welche Wahrheit sie in etwas erkennen? Womöglich das, was wir uns alle erhoffen: Harmonie. Doch dann setzt sich wieder die Dominanz durch… und man (also ich) fragt sich, wo die wieder her ist. Warum man jemanden etwas aufzwingen muss, was derjenige gar nicht will. Warum wir über etwas oder jemand Herrschaft erlangen wollen, von dem wir nichts haben, denn im Tod sind wir alle allein und besitzen nichts.

Nachdenken, wahrhaftig sehen, die eigenen Entscheidungen fällen und danach leben – das sollten wir alle und uns nicht unterjochen lassen von ein paar Leuten, die der Meinung sind, sie wissen alles besser und handeln für das Wohl aller. Steht für euch selbst ein, erfindet keine Geschichten, weil aus euch Erinnerungen brechen, die euch verwirren und ihr dafür für euch und für andere Erklärungen sucht. Das müsst ihr nicht. Seid ihr selbst – ganz und wahrhaftig! Fühlt die Verbindungen untereinander, erzeugt Harmonie und Frieden, anstatt zu dominieren, zu unterdrücken, zu unterwerfen. Tragt eure Herzen auf den Zungen und Händen und vergrabt sie nicht im Morast der Lügen und der Macht.

Thema: Dies und das | Kommentare (2) | Autor: Lightdancer