Beitrags-Archiv für die Kategory 'vorablesen'

Das Lied der roten Erde

Mittwoch, 23. März 2011 9:38

Dieses Buch durfte ich – dank BookCrossing und der Großzügigkeit von bookorpc – lesen, da ich es nicht bei vorablesen gewonnen hatte.

Covertext:
Sydney, 1800: Die junge Irin Moira kommt nach einer langen Schiffsreise in New South Wales an. Dort, am Ende der Welt, soll ihr ungeliebter, wesentlich älterer Ehemann als Arzt der Strafkolonie arbeiten. Einer der Sträflinge ist der gutaussehende Duncan, ein verurteilter Rebell. Als Duncan Moira vor einem Überfall rettet, kommen die beiden sich näher. Ihre Liebe scheint hoffnungslos, die Flucht der einzige Ausweg. Gibt es in den Weiten Australiens eine Zukunft für sie?

Rezension:
Der Anfang des Buches erinnerte mich stark an Barbara Bickmoores Der Mond am anderen Ende der Welt. Dort war es Hallie, die unfreiwillig verheiratet wurde und die dank eines Sträflings die Liebe fand. Doch ihr Mann – und darin liegt der erste Unterschied zu diesem Roman – war Schafszüchter, nicht Arzt wie Alistair McIntyre. Dafür war “Hallies Sträfling” Arzt. Doch die Ähnlichkeit stieß mir irgendwie auf. Ich weiß, dass die ersten Siedlungen Australiens hauptsächlich von Sträflingen gegründet worden sind, doch ist dies ein Grund Geschichten um diesen fernen Kontinent so stark ähneln zu lassen?
Die zweite Ähnlichkeit, die mir sauer aufstieß, war, dass es auch in dieser Geschichte eine Überflutung gibt, die erhebliche Schäden anrichtet. Erneut fand ich mich im Roman von Barbara Bickmoore wieder. Dazu hätte ich dieses Buch nicht zu lesen brauchen…

Zum Glück gibt es dann doch Unterschieden zwischen den beiden Büchern. Hallie fand unter Bickmoores Feder zurück zu ihrem Mann, da sie erkennen mußte, dass die Gefühle ihres Liebstens nicht unbedingt auf sie alleine gerichtet sind. Während Bickmoore die Aborigines nur streifte, spielen sie bei Inez Corbi eine bedeutendere Rolle, was mich persönlich freute. ABER: Wenn Aborigines ein Ritual wie das Totsingen abhalten, dann wird dies auch erfüllt. Bei Inez Corbi trifft dies nicht zu. Ein Fehler ihrerseits oder liegt es an einer möglichen Ungläubigkeit und hat sie deshalb den Tod in ”Degradierung” umgewandelt?
Noch ein Punkt, der mir nicht so gut gefällt ist, dass Duncan O´Sullivan so oft entfliehen kann und jedes Mal wieder eingefangen wurde. Ein paar mal weniger hätte der Geschichte sicherlich keinen Abbruch getan.
Auch bleiben die Protagonisten für mich irgendwie oberflächlich und lassen ein völliges Hineinfallen in die Personen nicht wirklich zu. Schade!

Fazit:
Alles in allem ein gutes Buch. Doch leider bringt es das Land nicht so nahe wie Barbara Bickmoore es bei mir erreichen konnte.

Thema: vorablesen | Kommentare (1) | Autor: Lightdancer

Das Affenhaus

Montag, 14. März 2011 8:57

Nach einiger Zeit mal wieder ein Buch bei vorablesen gewonnen – Das Affenhaus von Sara Gruen.

AffenhausCovertext:
Isabel Duncan ist Wissenschaftlerin an einem Institut für Menschenaffen. Sie arbeitet mit Bonobos, einer Schimpansenart, die eine große Begabung für Sprache besitzt. Menschen bleiben Isabel oft ein Rätsel. Wohler fühlt sie sich bei den ihr anvertrauten Affen. Als eines Tages im Institut eine Bombe explodiert, wird Isabel schwer verletzt. Die Affen flüchten in Panik. Eine dramatische Suche beginnt…

Rezension:
So gut mir das Buch auch gefallen hat (immerhin habe ich die 406 Seiten an einem halben Sonntag gelesen gehabt), so mußte ich dennoch die Geschichte erst setzen lassen, um eine Rezension schreiben zu können. Ich bin zwar heute noch immer nicht sicher, ob ich all das in Worte fassen kann, was mich beim Lesen bewegte, aber ich wage mich einfach einmal heran.

Sara Gruen weiß mit dem Herzen zu schreiben und anhand ihres Nachworts weiß ich, dass sie selbst in einem Affen-Sprachlabor war, und einige ihrer eigenen Erfahrungen in das Buch eingebracht hat.

Von Anfang an fühlt man, dass dies mehr als eine erfundene Story ist. Vor so manchen Dingen verschließt man gerne die Augen und ich nehme mich dabei nicht aus. Man “weiß” um die Grausamkeiten, die nicht nur Affen, sondern allen Versuchstieren angetan wird, und doch neigt man dazu solche Dinge zu übersehen. Sara Gruen läßt dies nicht zu! Sie öffnet einem unbarmherzig die Augen. Die sechs Bonobos werden so klar “gezeichnet”, dass man sie nicht nur vor sich sieht, sondern auch der Meinung ist, dass man sie schon lange kennt. Bonzi, mit ihrem Wissensdrang und ihrer Begabung mit Lexigrammen umzugehen und genau das zu äußern, was die gesamte Gruppe wünscht. Jelani, der in der Gruppe integriert ist, aber doch noch als “Halbwüchsiger” gilt und in manchen Situationen einfach nicht weiß, wie er reagieren soll. Makena, die trächtige Bonobo-Dame, die verzweifelt nach Isabel verlangt, als ihre Niederkunft kurz bevorsteht. Mbongo, der die “Monsterjagd” so liebt und beleidigt auf John Thigpen ist, der das Spiel nicht verstanden hatte. Sam, das charismatische Alpha-Männchen und letztendlich das Jüngste, dessen Namen sich mir leider nicht eingeprägt hat.
Die Unterhaltung Mensch-Bonobo geht recht glatt mittels ALS, eine Gebärdensprache. Anhand der Reaktionen seitens der Affen erkennt man deutlich, dass sie nicht dressiert sind, sondern durchaus auch ihre Launen haben und diese artikulieren können.

John Thigpen, ein Journalist, darf die Affen besuchen, denn – und das war eine Voraussetzung – die Bonobo-Gruppe hatte zugestimmt, und bekommt wundervolle Eindrücke von ihnen, die ihn sprachlos machen. John hat allerdings auch gute Vorarbeit geleistet und für alle Rucksäcke vorbereitet, bis an den Rand gefüllt mit  Spielsachen und Leckereien. Bonzi liebte ihn dafür und signalisiert “Kuss, Kuss, Bonzi Lieben”, während Mbongo von John enttäuscht ist, weil er einfach “Monsterjagd” nicht verstanden hatte.
Die Affen wirken beinahe wie Menschen. Sie lieben Fernsehen, besonders, wenn Isabel oder Celia (eine Assistentin) um Macciatto für die Gruppe fahren, wollen sie “live” dabei sein und es muß alles gefilmt werden. Sie stehen auf Schokolinsen und Milch mit Zucker, sie spielen wie Kinder, turnen an Klettergerüsten herum, bauen aus Decken ihre “Nester”. Und – was stark hervorgehoben wird und den Bonobos letzendlich auch irgendwie zum Verhängnis wird – haben in jeder Lebenslage Sex.
Als Isabel bei einem Bombenattentat auf das Labor schwer verletzt wird und wochenlang im Spital liegt, werden die Bonobos zunächst mittels Narkosegewehren von den Bäumen geholt und “aus Sicherheitsgründen”, weil alle Beteiligten des Sprachlabors von einer Gruppe Extremisten, die sich ELL nennt, bedroht werden, verkauft. Isabel ist enttäuscht und wütend, dass Peter, dem sie das Versprechen abgenommen hatte sich gut um die Affen zu kümmern, sich nicht daran gehalten hat und selbst ihr Fisch zu Hause tot im Aquarium schwimmt, ihre Pflanzen alle verdorrt sind.
Als dank Celia immer mehr ans Licht kommt, verschließt sich Isabel verängstigt zu Hause ein. Doch das Wissen, dass die Affen möglicherweise an ein Biocenter verkauft worden sind und nun unsägliche Qualen leiden müssen, bringt eine enorme Willenskraft in der jungen Wissenschaftlerin hervor. Isabel wächst über sich hinaus.

Der Journalist hingegen kämpft mit ganz anderen Problemen. John wird von einer anderen Journalistin ausgebootet, wird von seiner Chefin in eine Abteilung abgerufen, in der er sich mit Obdachlosen herumtreiben muß und dabei mit Stinktieröl besprüht wird, mißt Schlaglöcher aus und muß bei alleinerziehenden Müttern, die sich als Prostituierte über Wasser halten müssen, verdeckt recherchieren. Irgendwann reicht es ihm und er kündigt. Seine bis dahin depressive Ehefrau Amanda steht von einem Tag zum anderen wieder voll im Leben und bekommt einen Job in L.A. Dort erlebt sie eine völlig andere Welt – nämlich die der Reichen und Stars.

Der Kontrast – die Natürlichkeit der Affen und die Überheblichkeit der Menschen, die mit nichts zufrieden sind und daher ständig ihr Leben und vorallem ihren Körper verändern müssen – sticht krass hervor. Da fragt man sich dann schon wer wohl der “klügere” ist – Mensch oder Affe.

Meine Hoffnung, dass der “Spielbereich” des Buches sich auf das Sprachlabor bezieht, wurde zertrümmert. Der Titel lag für mich klar in diesem Gebiet. Doch es kommt ganz anders, als man denkt. Die Affen, die so verzweifelt von Isabel gesucht werden, tauchen in einer Realtity-Show wieder auf, alleine, auf sich gestellt und – nachdem die Einschaltquoten im Keller waren – durch grausame Einmischungen, die aber ganz anders ausgehen als vom Team beabsichtigt.
Die Mischung – Beobachtungen der Bonobos und das Privatleben der Protagonisten – ist durchaus gelungen und gipfelt schließlich in einem Art Thriller. Okay, manche Dingen sind manchmal vorhersehbar, dennoch stört das in keiner Weise den Lesegenuß.

Fazit:
Ein Buch, welches man so schnell nicht mehr aus den Hängen legt und die Augen für Dinge öffnet, die man gerne übersieht. Nun liegt es wohl an mir, dass ich mir das vorhergehende Buch Wasser für die Elefanten besorge, um zu sehen, wie mir dieses gefällt.

Thema: vorablesen | Kommentare (1) | Autor: Lightdancer

Septemberblut

Mittwoch, 15. Dezember 2010 14:44

Und wieder einmal ein Buch, welches mich interessiert hat und ich auch wirklich gewinnen konnte – Septemberblut von Rebekka Pax!

septemberblutCovertext:
Los Angeles: Nach dem Tod ihres Bruders gelangt die schöne Amber in Besitz eines magischen Messers. Sie weiß nicht, dass es in ihrer Hand zu einer tödlichen Gefahr für Vampire wird. Völlig ahnungslos gerät sie nun zwischen die Fronten eines erbitterten Kampfes zweier Vampir-Clans. Und sie verliebt sich unsterblich. Doch Julius Lawhead ist selbst auf der Suche nach dem magischen Messer!

Rezension:
Julius, ach Julius! Was soll ich bloß von dir halten?
Rebekka Pax versucht eine faszinierende Welt zu beschreiben und Julius ist ein absoluter Traum-Mann… ähm, Vampir natürlich, wenn man von seinen Charakterschwächen einmal absieht. Er gilt als Jäger, als Vollstrecker der Ratsurteile und doch ist er ein absoluter Weichling. Nicht zu verwechseln mit einem Softie, denn ein Softie ist in meinen Augen ein Mann (gleich ob Vampir, Werwolf oder Mensch), der einfach seine weichen Seiten zeigen kann. Doch Julius ist wirklich ein Weichei. Er jammert… er schreit… er ist ständig im Wettstreit zwischen Selbstmitleid und Arroganz.
Natürlich verstehe ich, dass sich niemand gerne auf unbestimmte Zeit als Strafe in einen Sarg sperren lässt. Aber Julius hat diese selbst auf sich genommen, ist mit sehenden Augen seinem Meister gegenübergetreten, um diese Strafe zu erhalten (und es ist nicht so, dass er nicht wusste, was auf ihn zukam!). Würde man ihn gewaltsam darin einsperren, würde ich sein Geschrei verstehen. Doch so sehe ich diesen Vampir als  Memme, der sich dieser Blöße so selbstverständlich hingibt. Und dies auch noch vor seiner Geliebten… ganz ehrlich, welcher Mann würde dies tun?
Selbst als er die Schritte in Richtung Meister machte, wurde dieser Protagonist nicht stärker. Er blieb, was er von Anfang an war: schwach!

Manchmal scheint sich auch die Autorin nicht sicher zu sein, was sie nun denn schreiben sollte, denn: gleich zu Beginn der Story schrieb sie, dass Julius Frederik kennen würde und er nicht der Typ für Selbstmord wäre. Dies leuchtete mir ja noch ein, konnte es doch durchaus wahr sein. Immerhin weiß der Leser ja nicht, wie gut Julius Frederik kannte. Doch schon ein paar Seiten später stellt sich heraus, dass er den Vampirjäger eigentlich so gut wie gar nicht kannte, wusste er doch erst nach Betreten des Hauses von Amber und ihrer Mutter, dass der Tote tatsächlich Frederik war, weil er ihn auf Bildern sah. Ein absoluter Widerspruch, der eigentlich einem guten Autor nicht passieren sollte. Kannte Julius nun Frederik oder nicht???
Dies ist leider nicht der einzige Widerspruch und so fragte ich mich, ob die Autorin dazwischen sehr lange Schreibpausen hatte (die man damit ausgleichen kann, indem man die Geschichte noch einmal liest, bevor man weiterschreibt) oder einfach nur viele Worte zusammen bringen wollte? Textwiederholungen – oft noch innerhalb von drei, vier Seiten –  riefen in mir dieselben Gedanken hervor (wollte die Autorin den Roman mühsam in die Länge ziehen?)
Das hier viele Klischees verwendet wurden, störte mich seltsamerweise weit weniger als befürchtet. Auch die Hierarchie innerhalb eines Vampir-Clans erschien mir gut und wichtig, dennoch glaube ich, dass man aus dieser Geschichte weit mehr hätte machen können.

Das sehr offene Ende wiederum deutet darauf hin (meiner Meinung nach), dass es möglicherweise mehr von Julius, Amber und dem Leonhardt-Clan geben könnte. Doch ohne mich! Memmen gibt es genug auf dieser Erde, da brauche ich nicht von einem Vampir lesen, der sich so verhält. Schade darum!

Fazit:
Ein Buch für langweilige Stunden, die man irgendwie rumbringen möchte, aber absolut keine Geschichte für Hardcore-Vampir-Fans wie meinereiner! Obwohl natürlich die Hoffnung besteht, dass Julius wachsen könnte… Doch dann sollte auch die Autorin ein wenig ihren Stil ändern, denn gerade den männlichen Protagonisten merkt man die weibliche Schreiberin manchmal zu deutlich an.

Thema: vorablesen | Kommentare (1) | Autor: Lightdancer

Ich will dich nicht töten

Donnerstag, 23. September 2010 7:38

Dieses Buch konnte ich leider nicht bei vorablesen gewinnen. Da ich aber so von dieser Serie fasziniert bin, konnte ich nicht anders und habe es mir gekauft…

Dan WellsCovertext:
Meine wichtigsten Regeln lauten: Sieh Mädchen nicht an. Sprich nicht länger mit ihnen als nötig. Und, um Gottes Willen, verliebt dich nicht in sie! Doch nun ist da Marci, und sie ist unwiderstehlich. Ich möchte mit ihr zusammen sein. Ich möchte sie berühren. Ich möchte einfach ein normaler sechszehnjähriger Junge sein. Doch ich bin alles andere als das – ich bin ein Serienkiller. Ich weiß, dass es dort draußen Dämonen gibt. Ich träume von ihnen, jede Nacht. Und ich fürchte, dass das Dunkle in mir erneut Oberhand gewinnt. Ja, ich liebe Marci. Und ich will sie nicht töten. Aber alle Regeln sind gebrochen, und wie kann ich das Schlimmste jetzt noch verhindern?

Rezension:
Kein Thriller hat mich jemals so fasziniert wie die von Dan Wells. Sein Schreibstil ist einfach packend. Er zieht einen unweigerlich in die Geschichte mit hinein und so ist es kein Wunder, dass das über 400 Seiten starke Buch in null-komma-nichts gelesen war.

Auch wenn John ein Soziopath ist, kann man gut in diesen Protagonisten schlüpfen. Aber ist er das überhaupt? Er weiß nicht, wie er sich Marci gegenüber verhalten soll und seine Regeln sind so stark in ihm verankert, dass er sich – trotz seines Interesses an ihr – dennoch daran hält. Dies wiederum reizt Marci noch mehr ihn kennen lernen zu wollen. Eine sehr angenehme Abwechlsung zu all den Jungs (und auch Männern), die Marci ständig in den Ausschnitt starren. Die beiden sind beinahe ein besseres Paar als John und Brooke.
Brooke will seit dem Vorfall im Forman-Haus nichts mehr mit John zu tun  zu haben, denn ständig sieht sie in ihm eine andere Person. Und diese kennt sie nicht. Das macht ihr Angst. Was durchaus verständlich ist.
John weiht Marci sogar in die Mordfälle ein – und sie wiederum (wie praktisch!) hat einen Polizisten-Vater. So kommt John an Informationen, die er den Leichen, die nicht lange auf sich warten lassen, nicht entnehmen kann.

Diesmal sind die Opfer Autoritätspersonen. Ihnen werden die Hände und die Zunge chirurgisch exakt entfernt. Doch dann sind da noch die Stiche in den Rücken, die aber nicht von Präzision und Ruhe sprechen, sondern von absoluter Wut. Der Mörder geht penibel sauber vor. Die Tatorte werden mit Plastikplanen abgedeckt, der Mörder selbst hinterläßt keine Spuren – nur seine Botschaft. Doch wie lautet die?
John und Marci erstellen ein Täterprofil. Da Marci – als normaler Mensch, der Gefühle hat – auch ein Gewissen besitzt, kann sie die Dinge, die sie gemeinsam herausfinden, nicht geheim halten. John geht das gegen den Strich. Wütet doch seine Aggression in ihm und er will den Dämon selbst stellen und – vorallem – töten.
Da sie mit der Mörder-Botschaft nicht wirklich weiterkommen, vertraut sich John sogar einem Pfarrer an. Doch der will John unbedingt dazu überreden, eine Freundin von ihm, die Therapeutin ist, zu besuchen, da er “Mr. Monster” in dem Jugendlich erkennt und davor zurückschreckt. Trotzdem ist er John eine Hilfe, denn die Botschaft ist religiöser Natur und damit hat er keine Erfahrung.

Nach und nach entwickelt sich das Gesamtbild und man fühlt sich wirklich wie jemand, der ein Puzzle zusammensetzt. Doch alles kommt anders, als man als Leser erwartet… doch mehr wird nicht verraten! ;)

Fazit: Ein verdammt gutes Buch, welches einen packt und festhält. Man verschlingt die Seiten, kriegt nicht genug und dann ist es zu Ende. Doch ist es das wirklich??? Neue Dämonen werden “angekündigt”, denn sie lauern überall. Doch wird es einen weiteren Band in der Cleaver-Serie gebe? Mich persönlich würde es sehr freuen…

Thema: vorablesen | Kommentare (1) | Autor: Lightdancer

Der Ruf der Schlange

Mittwoch, 1. September 2010 11:41

Kaum habe ich das vorgehende Buch von vorablesen fertig gelesen, schon sehe ich die nächste Mail, um mich über den Gewinn Der Ruf der Schlange von Andreas Gößling zu informieren. Da ich Gößling-Bücher ganz gerne mag, freue ich mich darauf besonders…

Mit viel Glück, da ein Adressenfehler auf dem Paket war, hat das Buch am 21. August zu mir gefunden!

Ruf der SchlangeCovertext:
Ein uralter Schöpfungs- und Vernichtungszauber streckt seine tödlichen Klauen aus: Einst war die Schlange von den Schöpfergöttern unterworfen worden. Jetzt befreit sie sich und droht die Welt zu zerreißen.

Rezension:
Ein düsteres Bild zaubert uns Andreas Gößling vor Augen – dunkle Beschwörungen, Weltuntergangsszenarien, religiöser Krieg zwischen verschiedenen Völkern und all überall die Schlange! Nicht einmal die zarten Liebesplänkeleien erhellen den Himmel über Dunibien. Rabov ist kein üblicher Held, wie in so vielen Fantasie-Geschichten. Eigentlich ist er eher sogar feige, weichkernig und nur seine harte Ausbildung als Spezial-Agent der Mysto (Mysteriöse Todesfälle) und sein Schwur dem König gegenüber läßt ihn handeln. Gößling versteht sich darauf, auch blutrünstige Szenen, wie das Hervorbrechen der Schlange aus dem Menschen, zwar detailgetreu, aber dennoch “sanft” wirken zu lassen, so dass der Leser sich nicht vor Grauen vom Buch abwendet. Seine geistigen Höhenflüge werden aber leider teilweise nicht näher beschrieben, wie der Yasna-Baum, die Syrassen, die Gora-Vögel, was ich persönlich schade finde. Denn: sich in einer fremden Welt zurecht zu finden, die so fantastisch gezeichnet wird, ohne nähere Beschreibungen darüber zu finden (nicht einmal ein Glossar hat das Buch), läßt die Fantasie verblassen und die Welt wirkt nicht real genug, um darin einzutauchen. Schade! Da wäre sicherlich mehr drin und dafür gibt es von mir deutliche Punkteabzüge. Ein weiterer Punkteabzug bewerkstelligt das Ende, welches mich völlig verwirrt und in mir die Frage erzeugt, ob es denn einen zweiten Band dazu gibt??? Zu offen ist mir einfach der Schluß, um eine befriedigende Lösung zu sein…

Der Autor weiß aber dennoch all die anfangs verwirrenden Fäden am Ende zu einem schönen Band zu flechten. Der “hölzerne” Nachtparder im Prolog, Sico und Maki, der schleimige Assistent Port, die seltsamen Todesfälle, die “weiße” Schlange, Zoran, der Hohepriester der Ragadhani.. all dies und einiges mehr noch, werden schlüssig zu einem Bild geformt. Und doch läßt mich das Buch völlig unbefriedigt zurück in der Realität. Ich kann nicht einmal in Worte fassen, was mich stört oder was fehlt, um für mich das Gesamtbild abzurunden. Ist es, weil die Liebe hier eindeutig zu kurz kommt (selbst Liki wühlte mich nicht so auf, wie sie es bei Samu Rabov schaffte)? Liegt es daran, dass Rabov, der der rettende Held sein sollte, am Ende in etwas eintaucht und verschwindet ohne Dunibien wirklich beizustehen? Oder ist gerade sein Kopfsprung die Rettung?

Je mehr ich darüber nachdenke, desto stärker wird in mir die Gewissheit, dass Andreas Gößling Andeutungen in der Geschichte versteckt hat und dich mich nicht mehr in Ruhe lassen, die mein Gehirn in Aktion halten, obwohl das Buch zu Ende gelesen ist. Oder suche ich nur verzweifelt nach einem Grund, um zu verstehen was da am Ende wirklich passiert ist? Wirkliches Kopfzerbrechen macht mir nicht die Geschichte selbst, sondern nur der allerletzte Absatz, der – meiner Ansicht nach – sogar nicht dazupaßt.
Bei manchen Ausdrücken habe ich mich gefragt, woher Gößling diese Ideen kamen: Lichtich ist so ein Ausdruck, der mich irgendwie an ein Kind erinnert, dass verzweifelt versucht die “helle Magie” zu umschreiben. Dunkeldu der nächste, der mich eher an Kindersprache erinnert (deutlich stand mir der österreichische Satz Du-du, das tut man nicht mitsamt erhobenen Zeigefinger vor Augen). Der Widerstreit von dunkler und heller Seite (auch im magischen Bereich) war aber deutlich zu erkennen. Das eine ist zwar nur geduldet, aber dennoch irgendwie erlaubt, während das andere verboten ist und auch geahndet wird.

Fazit: Das Buch ist meiner Meinung nach nicht die leichte Lektüre, die man sich erwartet. Und auch wenn ich geschrieben habe, dass es “Punkteabzüge” gibt, könnte ich schwer sagen, ob dieser Roman nun 5 oder 7 Punkte von mir bekommt (während 10 die höchste Punkteanzahl wäre!). Ich schwanke einfach zwischen “gefällt mir gut” und “na ja, nicht schlecht”. Eines weiß ich jedoch, ich werde das Buch zu einem späteren Zeitpunkt sicherlich noch einmal lesen. Vielleicht bringt die Zeit das, was mich jetzt eher unzufrieden zurückläßt!

Thema: vorablesen | Kommentare (1) | Autor: Lightdancer